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Frauenweis(s)heiten im Juli 2025

Liebe Leserin, lieber Leser

Im Sommer bieten wir dir vielseitigen Lesestoff zu zwei unterschiedlichen Themen, die eines gemeinsam haben: den jahrzehntelangen Einsatz der Frauen für ihr gemeinsames Anliegen.

Die aktuelle EM im Frauenfussball zeigt, wie Frauen im Sport gesellschaftliche Vorurteile überwinden und unermüdlich kämpfen mussten, um ihre angestrebten Ziele der Gleichberechtigung zu erreichen. Etwas davon habe ich in den 1950er-Jahren selber erfahren. Als Primarschülerin fühlte ich mich den Buben ebenbürtig und spielte mit ihnen Fussball auf dem Pausenplatz. Doch musste ich bei einer Schulpflegerin antreten, die mir mit den Worten «Fussballspielen gehört sich nicht für ein Mädchen» das Tschutten verbot.

Obwohl die fussballbegeisterten Frauen beharrlich dranblieben, wurden sie immer wieder lächerlich gemacht und werden bis heute mit ihren sportlichen Leistungen nicht überall voll und ernst genommen. Bei der Fernsehsendung «kicken wie Trudi» über diesen langen Weg hörte ich den Satz: «Nur mit der Sichtbarkeit ist der gesellschaftliche Wandel möglich

Dies gilt wohl auch für die Care- resp. Sorgearbeit, die mehrheitlich von Frauen unbezahlt geleistet wird, unsichtbar ist und wenig Anerkennung bekommt. Wann sind wir soweit, dass im Fernsehen in mehreren Folgen über die Bedeutung dieser fürs Leben unverzichtbaren Arbeit berichtet wird? Ihr die verdiente Wertschätzung zukommt? Noch ist diese Realität weit entfernt. Neben anderen Organisationen setzen sich die Frauen der GrossmütterRevolution unermüdlich dafür ein, so auch an der Frühlingstagung im Mai mit dem Titel «Wen kümmerts, wer sich kümmert?»

Neben der Entwicklung des Frauenfussballs und dem Porträt berichten wir darüber in diesen Frauenweisheiten. Wir erzählen von der vergebens versuchten Aufwertung der Haus- und Familienarbeit, von den vergessenen Fräuleins, vom Ursprung und Umgang mit dem Mental Load und zeigen, wie auch junge Menschen vom Thema betroffen sein können. Im Raum steht auch die Frage, ob möglicherweise die freiwillige Arbeit der Grossmütter durch ihre Unsichtbarkeit gesellschaftlich eine Falle sein könnte. Vielleicht weckt das «Weisch no?» vom ersten Kuss auch in dir Erinnerungen.

Mit den Frauenweisheiten schaffen wir einen Gegenpol zu dieser Zeit, in der wieder die Macht des Stärkeren zählt, Empathie als Schwäche gilt und Menschenrechte mit Füssen getreten werden. Lassen wir uns von den weltweiten negativen Ereignissen nicht lähmen, sondern konzentrieren wir uns zusammen mit den tüchtigen Fussballerinnen auf das, was wir verändern können! Wir bleiben dran und schöpfen Energie aus der Verbundenheit mit all jenen, die ähnlich unterwegs sind.

In diesem Sinn wünschen wir dir herzlich gute Sommerwochen und freuen uns über Rückmeldungen.

Monika Fischer

und das Team der Frauenweis(s)heiten: Irmgard Bayard, Barbara Bischoff, Marianne Stohler, Andrea Fetz, Bernadette Kurmann.

PORTRÄTS: FRAUEN DER GROSSMÜTTERGENERATIONEN
Doris Gubler ist mit ihrem Leben zufrieden.
Doris Gubler ist mit ihrem Leben zufrieden.

«Ich bin ein positiver denkender Mensch»

Irmgard Bayard

Sie war Köchin, Serviertochter, Gastwirtin und Ladenbesitzerin. Menschen lagen und liegen Doris Gubler-Geiser am Herzen. Heute engagiert sie sich vorwiegend als Freiwillige, vor allem im Alterszentrum. Das ist für sie selbstverständlich.

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Aktuell I
Mit dem von Kellen, Pfannen, Schaufeln rhythmisch begleiteten Haushalt-Rap führte die Vorbereitungsgruppe lustvoll durch die Frühlingstagung des Vereins GrossmütterRevolution.
Mit dem von Kellen, Pfannen, Schaufeln rhythmisch begleiteten Haushalt-Rap führte die Vorbereitungsgruppe lustvoll durch die Frühlingstagung des Vereins GrossmütterRevolution.

Unbezahlte Sorgearbeit gerechter verteilen

Monika Fischer

Die Revolution der Grossmütter besteht nicht aus Pulverdampf, Blut und Helden. Vielmehr geschieht sie im hartnäckigen Bestreben nach Veränderungen unter anderem im Hinblick auf mehr Gerechtigkeit bei der Anerkennung und Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit als wesentlicher Teil der Wirtschaft. Damit befassten sich an der Frühlingstagung im Mai 45 Frauen im Bildungshaus Kloster Kappel zum Thema «Wen kümmerts, wer sich kümmert».

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Aktuell II
Flyer zur Erzählnacht an der Neuen Kantonsschule Aarau
Flyer zur Erzählnacht an der Neuen Kantonsschule Aarau

«Traumwelt: Wirtschaft ist Care»

Michaela Spiess und Monika Fischer

Ein zentraler Aspekt bei den Tagungen der GrossmütterRevolution ist der Austausch mit anderen Frauen. Es schafft Verbindung indem es zeigt, dass andere ähnlich unterwegs sind, vermittelt Ideen und löst neue Energie aus. So berichtete Michaela Spiess, Buchs, an der Frühlingstagung von der erfolgreichen Erzählnacht zu «Wirtschaft ist Care» im letzten Herbst an der Neuen Kantonsschule Aarau.

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Was mich beschäftigt I

Wen kümmerts, wer sich kümmert?

Barbara Bischoff und Andrea Fetz

Das Thema Mental Load zog sich durch die ganze Frühlingstagung. In den Diskussionen kamen die Frauen zum Schluss, dass der Begriff «Mental overload» treffender wäre.

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Was mich beschäftigt II
Noch heute erinnern mich das versilberte Besteck und die als junge Lehrerin bei einem Vertreter gekaufte Aussteuer an die frühe Vorbereitung zum Leben als Hausfrau.
Noch heute erinnern mich das versilberte Besteck und die als junge Lehrerin bei einem Vertreter gekaufte Aussteuer an die frühe Vorbereitung zum Leben als Hausfrau.

Ich bin meine eigene Managerin

Monika Fischer

Mental Load? Was der Begriff bedeuten kann, erkannte ich angesichts der Belastung der Schwiegertochter durch den anspruchsvollen Beruf als Rechtsanwältin und Mutter dreier Töchter. Rückblickend frage ich mich, warum für mich in den Jahren als Hausfrau, alleinerziehende Mutter von fünf Kindern und Berufsfrau die Mehrfachbelastung nicht im Vordergrund stand. Wichtiger war mir, mich beweisen zu können.

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Was mich beschäftigt III

Arbeit der Grossmütter – ein Dilemma?

Bernadette Kurmann

Wir waren eine Woche in Dresden unterwegs, dieser umwerfenden Kulturstadt: 11 alleinstehende Frauen, ein Mann und 7 Ehepaare. Der Frauenüberhang war augenfällig und auch das Alter: alle zwischen 75 und 85. Wir waren viel unterwegs, sprachen über Gott und die Welt und über Grossmütterthemen.

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Das war einmal

Die vergessenen Fräuleins

Barbara Bischoff

Sie halfen Kindern auf die Welt, putzten, wuschen, bügelten, nähten, kleideten die Verstorbenen ein und besorgten den Haushalt für zölibatär lebende geistliche Herren. Als tüchtige Fachfrauen leisteten sie wichtige Dienste für Familien und das Funktionieren von Gemeinden. Manche von ihnen heirateten nicht und bestanden darauf, als «Fräulein» angesprochen zu werden. Weil sie ihre Selbstständigkeit nicht aufgeben wollten?

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Aktuell
Das aktuelle Schweizerische Nationalteam der Frauen. Foto: SFV
Das aktuelle Schweizerische Nationalteam der Frauen. Foto: SFV

Der Frauenfussball einst und heute

Irmgard Bayard

Vom 2. bis zum 27. Juli 2025 findet in der Schweiz die Fussball-Europameisterschaft der Frauen statt. Für uns Grund genug, einen Blick auf die Entwicklung der Frauenteams in dieser Sportart zu werfen.

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Weisch no?
Mit Johnny auf dem Zeltplatz
Mit Johnny auf dem Zeltplatz

Mein erster Kuss

Irmgard Bayard

​Der 6. Juli war der «Tag des Kusses». Für mich Grund genug, mich an den ersten richtigen Kuss zurückzuerinnern. Obwohl, so ganz gut hat mir dieser nicht gefallen.

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