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Frauenweis(s)heiten im Juli 2026

Liebe Leserin, lieber Leser

Zum Zeitpunkt, als ich dieses Vorwort schrieb, war es draussen über 30 Grad heiss. Für mich ist das viel zu heiss und mein Kopf daher leer. Worüber schreiben? Über die herrschenden Kriege, das Erdbeben in Venezuela? Das ist zu traurig. Über die Fussball-WM? Interessiert mich zwar sehr, aber die Leserinnen und Leser vielleicht weniger. Also doch lieber über das Wetter. Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat Verhaltensregeln rausgegeben. Auf dem Flyer steht, was wir eigentlich alle wissen aber vielleicht manchmal vergessen. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr, körperliche Anstrengungen beschränken, leichte Kleidung, nachts Räume kühlen, Körper mit Dusche oder kalten Tüchern abkühlen, Körpertemperatur regelmässig überwachen, kalte erfrischende Speisen zu sich nehmen. – Machen wir doch alles, oder?

Nun zum Thema der Juli-Ausgabe: Migration und Alter. Wie in vielen anderen europäischen Ländern steigt in der Schweiz das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Das ist nicht neu. Neuer ist hingegen, dass nun oft Menschen betroffen sind, welche in einem anderen Land geboren wurden und im Laufe ihres Lebens in die Schweiz kamen, wo sie nun alt geworden sind.

Über ihr Leben in Sri Lanka, ihre Flucht, das neue Leben in der Schweiz und ihre Integration erzählt die 63-jährige Tamilin Thavamani Thanabalasingam im Interview mit mir. Monika Fischer engagiert sich seit Jahrzehnten im Bereich der Migration und erzählt von ihrer Arbeit und von eigenen Erfahrungen im Ausland. Wie es sich in der Fremde anfühlt, weiss auch Marianne Stohler, wenn sie sich an ihre Zeit in Indonesien erinnert. Wie das Nationale Forum Alter und Migration und interunido Langenthal und Umgebung mit dem Thema umgehen und wie sie Betroffene erreichen – oder eben nicht – habe ich beim Kontakt mit ihnen erfahren. Wie der Kanton Zürich das Thema angeht, darüber berichtet Barbara Bischoff. Im Aktuell gibt Irene Leu einen kurzen Überblick über den geplanten CareDay und Marianne Stohler erzählt in Vernetzung über die Aktion Frauenstimmen in Wangen-Brüttisellen. In Gesehen, gehört informiert Monika Fischer über den Care-Tracker, mit dem unbezahlte Care-Arbeit sichtbar gemacht werden kann, und ich habe eine Ausstellung in Lenzburg entdeckt, welche 200 Frauen in den Vordergrund rückt. Im Weisch no? Erinnert sich Barbara Bischoff an ein Projekt im Dorf und an die Badibesuche in ihrer Kindheit und in Was mich beschäftigt berichtet Monika Fischer über Frauen, die sich im Bereich Migration engagierten und engagieren. Ein spezielles Thema beschäftigt Barbara Bischoff. Sie fragt sich in einem offenen Brief, weshalb so viele Frauen ihren Ursprungsnamen opfern und damit einen Teil ihrer Identität aufgeben.

Sie und auch wir vom Redaktionsteam freuen uns auf Antworten und Meinungen zum Brief von Barbara Bischoff, diesem Magazin, aber auch zu allen anderen Themen und über Rückmeldungen zu den Frauenweis(s)heiten.

Irmgard Bayard

und das Redaktionsteam mit Monika Fischer, Barbara Bischoff, Andrea Fetz, Bernadette Kurmann

Porträts: Frauen der Grossmüttergeneration

Thavamani Thanabalasingam, kurz Mani, lebt seit über 30 Jahren in Langenthal und ist mittlerweile Schweizerin. Doch noch heute reist sie immer wieder nach Sri Lanka, wo sie im Dorf ihrer Jugend dafür sorgt, dass die Kinder in die Schule gehen können. Denn Bildung, vor allem das Erlernen der Sprache, findet sie sehr wichtig.

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Migration und Alter I

Das Interesse an fremden Kulturen wurde mir in den Stubenwagen gelegt. Mich faszinierten die Bilder und Erzählungen der Mutter, die als junge Frau acht Jahre in Ägypten als Nurse gearbeitet hatte. Was Fremdsein und Integration bedeutet, erfuhr ich später als junge Lehrerin und als Mutter bei einem Aufenthalt mit der Familie in Amerika. Die Unterstützung einer Patin erleichterte uns den Einstieg. Diese Erfahrungen motivierten mich, durch Gründung und Leitung einer Integrationsgruppe dies auch fremden Menschen bei uns zu ermöglichen. Bis heute bereichert der Umgang mit Menschen aus andern Kulturen mein Leben.

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Migration und Alter II

Das Nationale Forum Alter und Migration ist eine Plattform, die sich mit Öffentlichkeits-, Informations-, Bildungs- und Grundlagenarbeit für die Verbesserung der gesundheitlichen und sozialen Situation älterer Migrantinnen und Migranten in der Schweiz engagiert. Es ist dem Departement Gesundheit und Integration des Schweizerischen Roten Kreuzes SRK in Wabern angegliedert.

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Migration und Alter III

Was es heisst Migrantin zu sein, erlebte ich zum Teil während meinem Auslandaufenthalt in Indonesien auf einer kleinen Insel. Da ich im Auftrag der schweizerischen Entwicklungshilfe in diesem Land arbeitete, hatte ich bessere Voraussetzungen als Migrantinnen und Migranten, die als ArbeiterInnen oder Flüchtlinge zu uns kommen.

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Migration und Alter IV

Wer im bernischen Oberaargau mit Fragen zur Migration zu tun hat, kommt früher oder später mit interunido in Kontakt. Die vom Verein BIO (Bildung und Integration im Oberaargu) getragene Fach- und Bildungsstelle im Migrations- und Integrationsbereich engagiert sich nicht zuletzt im Bereich ‚Migration und Alter‘.

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Migration und Alter V

Im Auftrag des Gesundheits- und Umweltdepartement wurde über den «Bedarf und Zugang der älteren Bevölkerung zu Information und Angeboten der Stadt» eine Analyse erarbeitet und die beteiligten Fachstellen zur Stellungnahme eingeladen.

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Aktuell

Wir sind engagierte Frauen aus der GrossmütterRevolution. Gemeinsam mit verschiedensten Organisationen aus der Schweiz wollen wir den von der UNO ausgerufenen International CareDay, jeweils am 29.Oktober, sichtbar machen.

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Vernetzung

Als sich das 50-Jahr-Jubiläum der Annahme des Frauenwahlrechts näherte, fanden einige Frauen bei uns im Dorf: «Da muss etwas geschehen!» Bald waren sich rund 16 Frauen einig und gemeinsam wurde ein Anlass zum Gedenken organisiert. Leider war wegen Covid nur ein online Anlass möglich.

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Gesehen, gehört I

Vermehrt lese ich in letzter Zeit Berichte über die Care-Arbeit. Das freut mich. Es scheint, diese wichtige Thematik und ihre Bedeutung für die Gesellschaft sei angekommen. Mit Interesse las ich am 20. Mai 2026 im Newsletter der Dienststelle Soziales und Gesellschaft (DISG) des Kantons Luzern den Hinweis auf den Care-Tracker. Mit dem von Kanton Basel-Stadt erarbeiteten Instrument wird die individuell geleistete unbezahlte Care-Arbeit sichtbar gemacht. Nutzende können erfassen, wie viel sie für Haushalt und Familie arbeiten und was diese Arbeit kosten würde, wenn sie bezahlt wäre. Mit dem Care-Tracker setzt der Kanton eine Massnahme aus dem kantonalen Gleichstellungsplan 2024-2027 um.

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Gesehen, gehört II

In jeder Stadt und Region lebten und leben Frauen, über die es sich lohnt, mehr zu erfahren, sich an sie zu erinnern. Das Museum Burghalde in Lenzburg zeigt in der Ausstellung, was Lenzburgs Pionierinnen, Künstlerinnen und Denkerinnen in den letzten 200 Jahren hervorbrachten

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Was mich beschäftigt I

Beim Rückblick auf meine Erfahrungen mit der Migrationsthematik wird mir bewusst: Es sind vor allem Frauen der aktuellen Grossmütter-Generation, die sich in den letzten Jahrzehnten um die Menschen aus anderen Kulturen kümmerten. Sie ergriffen die Initiative und leisteten viel freiwillige Aufbauarbeit, um ihnen das Einleben in der fremden Umgebung zu erleichterten. Was war ihre Motivation? Dieser Frage gehe ich aufgrund meiner Berichte nach und mache mir Gedanken über die Erfahrungen der Kinder- und Enkelgeneration.

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Was mich beschäftigt II

Vielleicht bist du als Leserin der Frauenweis(s)heiten nicht die richtige Ansprechperson. Trotzdem ist es mir wichtig, einmal über dieses Thema zu schreiben. Was mich nämlich beschäftigt, betrifft vor allem jüngere Frauen. Deshalb möchte ich meine Altersgenossinnen auffordern, mit ihren Kindern, Enkelinnen, Bekannten darüber zu diskutieren. Eure und die Meinung der jüngeren Frauen interessieren mich sehr.

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Weisch no? I

Ich wuchs einige Meter vom Seeufer entfernt auf. Der See und das Baden darin gehörte zu unserem Sommeralltag. Ganz in der Nähe war die Seebadi, ein altes, hölzernes Gebäude, das auf Stelzen im Wasser stand. Im Sommer verbrachten wir je nach Wetter unsere Freizeit praktisch täglich in der Badi. War meine Mutter nach meinem Schulschluss nicht zu Hause, hängte sie mein Badezeug an die Haustüre und ich wusste, wo ich sie finden würde.

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Weisch no? II

Anfangs Jahr starb bei uns im Dorf einer der letzten Bauern, welcher seit Generationen den Familienhof geführt hatte, im Alter von 98 Jahren.
Damit ging auch ein Teil der Dorfgeschichte verloren.

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