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Gesehen, gehört I

Wie schön, wenn sich beide Partner an der Haus- und Care-Arbeit beteiligen.

Der Care-Tracker

Text und Foto: Monika Fischer

Vermehrt lese ich in letzter Zeit Berichte über die Care-Arbeit. Das freut mich. Es scheint, diese wichtige Thematik und ihre Bedeutung für die Gesellschaft sei angekommen. Mit Interesse las ich am 20. Mai 2026 im Newsletter der Dienststelle Soziales und Gesellschaft (DISG) des Kantons Luzern den Hinweis auf den Care-Tracker. Mit dem von Kanton Basel-Stadt erarbeiteten Instrument wird die individuell geleistete unbezahlte Care-Arbeit sichtbar gemacht. Nutzende können erfassen, wie viel sie für Haushalt und Familie arbeiten und was diese Arbeit kosten würde, wenn sie bezahlt wäre. Mit dem Care-Tracker setzt der Kanton eine Massnahme aus dem kantonalen Gleichstellungsplan 2024-2027 um.

(Fortsetzung)

Der Care-Tracker spricht die Interessierten direkt an und zeigt das Vorgehen auf:

«Wie viel arbeitest du unbezahlt: für dich, für deine Familie und für andere Menschen? Zum Beispiel: Du kochst, kaufst ein, wäschst, betreust die Kinder oder pflegst Angehörige. Der Care-Tracker zeigt dir, wie viel du arbeitest. Du trägst ein, wie lange du für die Aufgaben brauchst. Danach siehst du, wie viele Stunden das insgesamt sind. Der Care-Tracker zeigt dir: So viel würdest du bekommen, wenn die Arbeit bezahlt wäre.»

Er fragt weiter: «Wie sind die Care-Aufgaben bei dir zu Hause verteilt? Wer organisiert bei euch die Aufgaben? Mit dem Care-Tracker kannst du dich direkt mit deiner Partnerperson vergleichen. Danach könnt ihr darüber sprechen, wie ihr die Aufgaben verteilt.»

Was du über unbezahlte Care-Arbeit wissen solltest
Mit Fragen informiert der Care-Tracker über verschiedene Aspekte der unbezahlten Arbeit. Einige Beispiele:

Was ist "Mental Load"?

«Mental Load» ist die Denkarbeit für Haushalt und Familie: Du fühlst dich verantwortlich. Du entscheidest, organisierst und planst. Auch das gehört zur Care-Arbeit.

Warum soll ich meine unbezahlte Arbeit ausrechnen?

Viele Aufgaben gehören zu deinem Alltag. Sie sind selbstverständlich für dich und du denkst gar nicht mehr darüber nach. Mit dem Care-Tracker bekommst du einen Überblick.

Du kannst dich auch mit anderen Menschen in deinem Haushalt vergleichen. Dann siehst du, wie die Aufgaben verteilt sind und ob ihr alle damit zufrieden seid.

Warum sollen wir in unserer Beziehung über unbezahlte Care-Arbeit sprechen?

Haushalt, Kinder und Job: Das kann alles zu viel werden. Vielleicht fühlst du dich müde und erschöpft. Mit dem Care-Tracker seht ihr, was ihr alles macht. Dadurch könnt ihr die Aufgaben besser verteilen und euch mehr entlasten.

Ich arbeite Teilzeit. Warum ist das ein Risiko?

Wenn du Teilzeit arbeitest, bekommst du weniger Lohn. Du zahlst weniger in die Altersvorsorge ein. Wenn du alt bist, bekommst du weniger Geld.

Vielleicht trennt ihr euch oder ihr lasst euch scheiden. Dann musst du meistens wieder für dich selbst sorgen. Für eure Kinder müsst ihr weiterhin beide zahlen.

Wert der unbezahlten Arbeit
Es wird auch aufgezeigt, was der Care-Tracker mit Gleichstellung zu tun hat und woher der Stundenlohn für die unbezahlte Arbeit kommt: «Das Bundesamt für Statistik hat den Stundenlohn berechnet. Dafür hat es verglichen, wie viel Geld eine Person in der Schweiz für ähnliche Arbeiten im Durchschnitt verdient.» Schliesslich wird mit Fakten auf die Bedeutung der unbezahlten Arbeit hingewiesen. Im Jahr 2020 wurden in der Schweiz 9.8 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit und 7.6 Milliarden Stunden für bezahlte Arbeit geleistet. Die unbezahlte Arbeit entspricht insgesamt einem Wert von 434 Milliarden Franken. Das sind 41 Prozent von der gesamten Schweizer Wirtschaft.

Weitere Informationen dazu findest du auf der Webseite des Bundesamtes für Statistik.

Hier geht es zum Care-Tracker: www.caretracker.ch

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