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Migration und Alter II

Nationales Forum Alter und Migration

Text: Irmgard Bayard, Fotos: zur Verfügung gestellt.

Menschen jeder Nationalität sind froh um Unterstützung.

Das Nationale Forum Alter und Migration ist eine Plattform, die sich mit Öffentlichkeits-, Informations-, Bildungs- und Grundlagenarbeit für die Verbesserung der gesundheitlichen und sozialen Situation älterer Migrantinnen und Migranten in der Schweiz engagiert. Es ist dem Departement Gesundheit und Integration des Schweizerischen Roten Kreuzes SRK in Wabern angegliedert.

(Fortsetzung)

Das Nationale Forum Alter und Migration besteht seit über 20 Jahren. Es wurde gemäss Gisella Dufrey Hinch, Fachexpertin Grundlagen und Entwicklung SRK und Vizepräsidentin des Forums gegründet, um den Bund bei Fragen rund um Alter und Migration zu unterstützen. «Heute vereint das Forum 15 Mitgliederorganisationen sowie institutionelle Partner und Einzelpersonen.

http://www.alter-migration.ch/

«Das Forum dient vor allem als Plattform für Austausch, Vernetzung und Zusammenarbeit», erklärt Gisella Dufey Hinch. Dabei gehe es um Fragen wie ‘Was läuft bei den Organisationen? Was sind die aktuellsten Herausforderungen? Gibt es Projekte oder Bedürfnisse, um die Zielgruppe besser zu erreichen?‘ «Wir versuchen auch, die Öffentlichkeit zu informieren und zu sensibilisieren, zum Beispiel durch die Organisation von Veranstaltungen oder durch Beiträge und Inputreferate», so die Fachfrau weiter.

Gisella Dufey Hinch ist Fachexpertin Grundlagen und Entwicklung SRK und Vizepräsidentin des Forums.

Vielfältige Bevölkerungsgruppen berücksichtigen
Die Herausforderungen seien gross, gibt Gisella Dufey Hinch zu. «Rund 15 Prozent der Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz haben eine Migrationserfahrung. Gleichzeitig ist diese Bevölkerungsgruppe sehr vielfältig. Menschen unterscheiden sich durch ihre Herkunft, ihre Aufenthaltsgeschichte, ihre Flucht- oder Migrationsgründe sowie ihre Lebensbedingungen. Eine Person, die seit Jahrzehnten aus Italien in der Schweiz lebt, hat oft ganz andere Erfahrungen und Bedürfnisse als jemand, der vor wenigen Jahren aus Somalia geflüchtet ist.»

Lebensbedingungen sind wichtig
Eine grosse Herausforderung bestehe darin, diese Vielfalt sichtbar zu machen und die unterschiedlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen. «Besonders im Gesundheitsbereich spielen die Lebensbedingungen eine wichtige Rolle. Körperlich schwere Arbeit, Trennung von der Familie, unsichere Aufenthaltsverhältnisse oder traumatische Erlebnisse können langfristige Auswirkungen haben. Viele ältere Migrantinnen und Migranten leiden häufiger an chronischen Krankheiten und werden oft früher pflegebedürftig oder fragil.»

Deshalb brauche es niederschwellige und gut zugängliche Angebote in Pflege, Betreuung und Freizeit. «Informationen sollten einfach verständlich, mehrsprachig und aktiv vermittelt werden.» Auch die psychische Gesundheit verdiene mehr Aufmerksamkeit, denn Diskriminierung, Kriegserfahrungen oder der Verlust von Angehörigen können bis ins Alter nachwirken.

«Gleichzeitig ist es wichtig, ältere Menschen mit Migrationserfahrung nicht nur über ihre Schwierigkeiten zu definieren», betont die 48-jährige Fachexpertin. Sie bringen wertvolle Erfahrungen, Kompetenzen und Ressourcen mit und haben die Schweizer Gesellschaft während vieler Jahre mitgestaltet. «Diese positiven Beiträge sollten stärker anerkannt werden.»

Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen
Das Forum setze sich deshalb dafür ein, Fachpersonen aus Gesundheit, Sozialbereich und Migration für die Vielfalt älterer Menschen mit Migrationserfahrung zu sensibilisieren und zu informieren. Ebenso wichtig sei, dass diese Bevölkerungsgruppe in Studien und Forschungsprojekten besser berücksichtigt würden.

Das Präsidium, der Vorstand und das Sekretariat (zwei Personen) stellen ihre Zeit im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit oder ehrenamtlich zur Verfügung. Mitarbeitende hat das Forum keine. Finanziert wird das Forum von den Mitgliederorganisationen mit einem jährlichen Mitgliederbeitrag. «Unsere wichtigste Ressource ist der Wille, etwas zu verändern, und das Engagement aller Beteiligten», so Gisella Dufey Hinch.

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