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Weisch no? I

Badiplausch in der Kindheit.

Text und Bild: Barbara Bischoff

Ich wuchs einige Meter vom Seeufer entfernt auf. Der See und das Baden darin gehörte zu unserem Sommeralltag. Ganz in der Nähe war die Seebadi, ein altes, hölzernes Gebäude, das auf Stelzen im Wasser stand. Im Sommer verbrachten wir je nach Wetter unsere Freizeit praktisch täglich in der Badi. War meine Mutter nach meinem Schulschluss nicht zu Hause, hängte sie mein Badezeug an die Haustüre und ich wusste, wo ich sie finden würde.

(Fortsetzung)

Wir durften auch ohne elterliche Begleitung in die Badi. Zur Sicherheit mussten wir mit unserer Mutter vorher einmal beweisen, dass wir bis zum Floss und zurück schwimmen konnten. Schafften wir das, hatten wir die Erlaubnis, alleine die Badi zu besuchen. Das Schwimmbad hatte strenge Regeln. Um 18.00 Uhr ertönte der Pfiff des Bademeisters und das hiess, dass die Kinder nun nach Hause mussten. Am Abend war die Badi für die Erwachsenen reserviert. Auch über Mittag, bis 13.30 Uhr, hatten wir Kinder keinen Zutritt. Manchmal warteten viele Kinder vor dem Eingang, bis der Bademeister den Zugang für uns frei gab.

Viel Geschrei und Spass
Wir haben Nachmittage lang im Wasser, auf dem Floss und dem Holzrostboden gespielt. Langweilig wurde es uns nie, obwohl wir nur selten einen Wasserball oder andere Wasserspielzeuge hatten. Geschrien wurde natürlich auch viel und sehr laut! War ein Gewitter im Anzug, nutzten wir die Wellen im See und hatten das Gefühl, im stürmischen Meer zu baden. Dieses Vergnügen dauerte aber nur so lange, bis der Bademeister die gelbe Sturmfahne hisste. Ein Sturmlicht gab es noch nicht. Dann mussten wir alle aus dem Wasser, da es wegen der Blitzgefahr zu gefährlich wurde.

Sehr selten wurde das wöchentliche Bad in der Badewanne vom Samstag in die Badi verschoben. Mutter nahm einen Waschlappen und ein Stück Seife mit dorthin. Bevor wir gegen Abend nach Hause gingen, wurden wir in der kalten Dusche mit Seife gewaschen und geschruppt. Das fand ich spannend. Dass das Seifenwasser direkt in den See lief, interessierte damals kaum jemanden.

Köpfler vor der Dauerwelle
Meine Mutter konnte sehr gut und schön vom Sprungbrett springen. Leider machte sie das nur einmal pro Jahr. Wir Kinder plangten stets, bis es wieder so weit war. Ausschlaggebend war der Coiffeurtermin für eine neue Dauerwelle. Meine Mutter sprang begeistert vom Dreimeterbrett, wollte aber keine Zuschauerinnen. Sie fand, dass es sich nicht geziemt, als ältere Frau und Mutter (sie war 40 Jahre plus) vom Brett zu springen.

So gingen wir dann am Morgen relativ früh in die Badi. Diese war getrennt auf eine Frauen- und eine Männerseite. Mein Bruder durfte ausnahmsweise mit uns auf die Frauenseite mitkommen. Mein Vater war nicht interessiert.

Mutter absolvierte ihre Sprünge wie Köpfler, Schwalbe oder Salto vom Brett, und wir waren sehr stolz. Meistens löste sich irgendwann ein Knopf am Träger der Badehose und sie musste beim Aussteigen mühsam ihren Badeanzug nach oben halten. Damit war die Vorführung beendet und wir warteten wieder auf die Zeit der nächsten Dauerwelle.

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