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Es ist eine Kunst, gut zu altern

Für die Frauen der Arbeitsgruppe «Altersbilder heute und morgen» sind die regelmässigen Diskussionen über Altersthemen eine Bereicherung.
Für die Frauen der Arbeitsgruppe «Altersbilder heute und morgen» sind die regelmässigen Diskussionen über Altersthemen eine Bereicherung.

Text: Telsche Keese, Foto: zvg

Frauen im Alter sind in der Gesellschaft eine unsichtbare Gruppe. Der Begriff «Frau im Alter» ist doppelt negativ besetzt. Unser Anliegen ist es, ein veraltetes Grossmütterbild in den Köpfen der Menschen auszuwischen, um es durch ein positives, zeitgemässes zu ersetzen. Ausserdem wollen wir mit unserem positiven eigenen Verhalten in unserem Umkreis zeigen, wie es gelingt, «gut zu altern».

(Fortsetzung)

Was bedeutet es heutzutage als Frau alt zu sein und sich nicht mehr über einen Beruf definieren zu können? Wie gestalten wir unser drittes Lebensalter? Wie möchten wir als Frauen im Grossmütteralter leben? Wie gehen wir mit Schwierigkeiten u. a. mit unserer Wohnsituation, wie mit Einsamkeit um? Andererseits: Welche Perspektiven eröffnen sich neu? Das versuchen wir im regen Gedankenaustausch bei unseren Treffen herauszufinden. Uns sind zwei Dinge dabei sehr wichtig: Die Reflexion über die Themen und ausserdem der Respekt, den wir uns entgegenbringen, auch bei gegenteiliger Meinung. Wir geniessen eine vertrauensvolle Atmosphäre und die persönliche Note, mit der jede aus ihrer bunten Lebensgeschichte Farbe in die Voten bringt.

Bisher haben wir über Loslassen, Vorurteile, Toleranz, Grenzen, Müssen und Dürfen, unsere Stärken, Genuss, Freude schenken und Freundschaft nachgedacht. Immer lautete das Motto: Was bedeuten diese Themen in allen Facetten für uns im Alter, und wie leben wir sie?
Wir sind elf Frauen und diskutieren aus Vorschlägen aus unserer Mitte, die uns selbst betreffen. Sobald wir finden, es sei ausdiskutiert, findet sich schnell ein neues Thema. Es hat sich seit unserer Gründung im Jahr 2019 als hilfreich erwiesen, den Diskussionen eine Struktur zu geben, deshalb bereiten zwei Interessentinnen das Thema eines Treffens vor und führen die Sitzung durch. Dafür nehmen wir uns ca. alle 6 Wochen 2 - 2 ½ Stunden Zeit. Wir haben das Glück, uns privat treffen zu können, nachdem wir verschiedene Lokale gemietet hatten. Mittlerweile treffen wir uns unmittelbar vor unserem Austausch zum Lunch. Alles freiwillig, wer kommt, ist dabei, nicht immer passt es für alle. Zu jeder Sitzung schreiben wir für jede Teilnehmerin ausführliche Protokolle.

Ein paar Stimmen der beteiligten Frauen:
«Im Austausch in der Gruppe kann ich meine Erfahrungen als Frau formulieren und mich mit bekannten und auch kontroversen Möglichkeiten über wichtige Themen im Alter auseinandersetzen.»

«Wir sind alt, na und? Wir sind aktiv und nachdenklich zugleich. Wir sind eine vergnügte Gruppe, aber kein ,Kaffeekränzli‘.»

«Den Austausch in der Gruppe schätze ich, weil mich andere Ideen und Meinungen bereichern. Das Einladen einer Expertin zu einem bestimmten Thema ist wertvoll für mich.»

«Für mich ist die Gruppe ein wohltuendes Tummelfeld für Hirn- und Toleranztraining»

«Durch den sorgfältigen und wertschätzenden Umgang miteinander, äussern sich alle über die uns wichtigen Themen. Diese Vielfalt bringt neue Erkenntnisse und bereichert mich.»

«,Ehret die Frauen, sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben.‘ Das gemeinsame Erzählen, Hinschauen und Hinspüren auf das wahrhaft Tiefe in unserem Leben regt mich an, und ich geniesse sie gar sehr, diese erfrischend heiteren Momente inmitten von uns alten, weisen Frauen.»

«Die Vielfalt der teilhabenden Frauen und die unterschiedlichen Themen inspirieren mich. Mir gefällt, dass wir strukturiert arbeiten, uns mit den einzelnen Themen inhaltlich auseinandersetzen und unsere Erfahrungen austauschen.»

Mitarbeit: Marianne Stohler

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