Schliessen

Sandele gegen den Keuchhusten

Sicher hat es einige unter Euch Leserinnen und Lesern, welche als Kind Keuchhusten bekamen. Ich selbst wurde davon verschont – wohl aus naheliegendem Grund. Und ich muss noch heute lachen, wenn ich an die Kinder des Dorfs denke, welche Ansätze dieser Krankheit zeigten.

(Fortsetzung)

Ihr Entgegenzuwirken war nämlich bei uns im Garten möglich. Ich bin im Gaswerk grossgeworden. Dies hatte den Vorteil, dass wir fürs Spielen ein grosses Gelände benutzen durften, aber den Nachteil, dass wir abends immer mit Kohlestaub bedeckt waren und in die Badewanne gesetzt wurden. Der zweite Vorteil war das Einatmen eines Abfallproduktes der Gasherstellung mit Kohle, des Schwefelsandes. Diesen einzuatmen verhinderte oder stoppte nämlich den Keuchhusten, oder wie wir sagten, den Coqueluche.

So kam es, dass immer, wenn in irgend einer Familie und/oder deren Nachbarschaft der Keuchhusten ausbrach, die Mütter mit ihren Kindern zu uns ins Gaswerkgebiet kamen und die Kleinen im Coqueluche-Hufe, wie wir ihn nannten, sandelen, als spielen liessen. Für die fremden Kinder war das immer heilend, für uns vor allem lustig anzusehen. Also eine win-win-Situation, wie man heute sagen würde.

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