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Der 1. Mai für die Arbeiterkinder

Text: Irmgard Bayard

Der 1. Mai für die Arbeiterkinder
Kürzlich lauschte ich den Reden an der 1. Mai-Feier in Langenthal. Wie jedes Jahr ging es um Solidarität, den Zusammenhalt, vor allem des Pflegepersonals und der Arbeiterschaft (siehe auch Einleitungstext).

(Fortsetzung)

Ich erinnere mich noch an meine Kindheit im Solothurnischen. Damals erhielten Kinder aus Arbeiterfamilien am 1. Mai schulfrei, um mit ihren Eltern den Umzug – wie er dort übrigens noch heute stattfindet - besuchen zu können. Wir anderen – ich entstamme einer freisinnigen Mittelstandsfamilie – mussten den Unterricht besuchen. Das fand ich ungerecht und verstand es nicht. Wobei es mir dazumal natürlich vor allem um die Ungerechtigkeit betreffend freiem Tag ging. Das Wort Solidarität kannte ich noch nicht, ich wollte einfach nur gleich behandelt werden wie andere.

Heute denke ich, dass gerade wir die Möglichkeit hätten erhalten sollen, den Tag mit den Arbeiterkindern zu verbringen, statt ihn getrennt zu begehen. Wer weiss, eventuell hätte dies positivere Auswirkungen gehabt auf das spätere Zusammenleben aller und würde heute noch nachwirken. Aber vielleicht ist das nur ein Wunschdenken.

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