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Lachen befreit, auch bei Demenz

Wie Plakate zeigen, ist es wichtig, Menschen mit Demenz unvoreingenommen zu begegnen und so zu handeln, wie wir es uns wünschen würden.
Wie Plakate zeigen, ist es wichtig, Menschen mit Demenz unvoreingenommen zu begegnen und so zu handeln, wie wir es uns wünschen würden.

Text: Barbara Bischoff, Foto Monika Fischer

Mit zunehmendem Alter begegnet mir das Thema der Demenz auf verschiedene Weise. Diese Krankheit kann uns im Alter jederzeit betreffen, sei es durch die eigene Erkrankung, die Erkrankung des Partners, der Partnerin oder von guten Freunden oder Freundinnen. Manche Begegnungen machen traurig. Es gibt aber auch immer wieder lustige Erfahrungen, die ein befreiendes Lachen auslösen können.

(Fortsetzung)

Ich bewundere den Mann einer demenzkranken Freundin, der seine Frau geduldig zuhause betreut.

Traurig macht mich die Erkrankung einer guten Freundin, die immer mehr «verschwindet». Die lebenslustige und unterhaltsame Frau hat innert kürzester Zeit einen grossen Teil ihrer Persönlichkeit verloren. Sie kann noch stereotype Allgemeinsätze sagen, die über den wirklichen Zustand hinwegtäuschen. Gut umsorgt von ihrem Partner führt sie zu Hause noch ein gutes Leben. Meine Bewunderung gilt auch ihm. Er hat mit seiner Frau einen ruhigen Umgang und wird nicht ungeduldig, auch wenn sie bereits zum zehnten Mal innert Minuten sagt: «Was du nicht alles weisst, Felix».

Als junge Frau konnte ich mich gut von dieser Krankheit distanzieren, auch noch, als mein Vater davon betroffen war. Ich hatte eher Mühe, dass meine Mutter es kaum akzeptieren konnte.

Ohne diese Krankheit zu verharmlosen, möchte ich jedoch auch positive Erlebnisse mit Betroffenen aufzeigen. Ich habe mich auch in meinem Berufsleben mit dem Thema befasst. Beim Unterrichten der Thematik, während meiner beruflichen Tätigkeit, habe ich die Studierenden jeweils darauf hingewiesen, dass es immer wieder Situationen mit dementen Menschen gibt, die auch lustig sind. Ich versuchte auch, den Studierenden zu erklären, dass über solche Situationen gelacht werden darf, was etwas anderes ist, als über den Menschen zu lachen. Beim Betreuen von Demenzerkrankten finde ich Humor enorm wichtig.

Ein guter Freund, welcher jahrelang seinen Vater bei sich zu Hause pflegte, erlebte mit dem Vater eine Innigkeit, welche vorher nie existiert hat. Wenn er uns von seinen Erlebnissen erzählte, haben wir oft herzlich gelacht, aber auch die tiefe Verbundenheit zu seinem dementen Vater gespürt.

Eine Freundin begleitete ihren Partner über Jahre hinweg. Er sprach kaum noch ein Wort und sie war sich nicht sicher, ob er sie immer erkannte. Obwohl die Belastung kaum noch zu bewältigen war, hat sie ihn nur tageweise ins Heim gebracht. So lange er noch reden konnte, repetierte er oft den Satz: »Gell gibst mich nicht weg.» Dieses Versprechen hat sie durchgehalten. Als es Zeit zum Schlafen war und sie sagte: «Komm wir gehen ins Bett», lachte er verschmitzt und sagte: «Natürlich mit so einer hübschen jungen Frau immer…» Eines Tages leerte er einen ganzen Krug Wasser über einen schönen Teppich. Auf ihre Reaktion: «Ausgerechnet auf diesen schönen Teppich», antwortete er klar und deutlich: «Da habe ich gut gezielt, gell!»

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