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Alles dreht sich um KI

Wie sich KI selbst darstellt
Wie sich KI selbst darstellt

Text: Irmgard Bayard und KI

Alles dreht sich um KI
Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Medien von Künstlicher Intelligenz (KI) oder artifizieller Intelligenz (AI), gesprochen wird. Also haben wir das Thema auch in den Frauenweis(s)heiten aufgenommen. Doch wie findet man in der Flut an Informationen die richtige Erklärung? Lassen wir doch die KI selbst sprechen.

(Fortsetzung)

Hier die Erklärung von Copilot von Microsoft:

KI bedeutet Künstliche Intelligenz.
Das ist eine Technik, mit der Computer Dinge tun können, die sonst Menschen machen – zum Beispiel: Fragen beantworten, Texte schreiben, Bilder erkennen, Sprachen übersetzen, Entscheidungen treffen.

Eine KI lernt aus vielen Beispielen. So wie ein Kind durch Übung lernt, erkennt die KI mit der Zeit Muster und Zusammenhänge. Beispiel: Wenn du der KI viele Bilder von Katzen zeigst, lernt sie, wie eine Katze aussieht. Dann kann sie auch neue Katzenbilder erkennen.

Kurz gesagt: KI ist ein schlauer Computer, der bestimmte Aufgaben lösen kann – oft so, als ob ein Mensch es gemacht hätte.

Möchtest du ein Beispiel aus dem Alltag, zum Beispiel mit Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder Google Assistant?

Wenn du deinem Handy sagst: «Wie wird das Wetter morgen?» versteht die KI, was du meinst, sucht die Information im Internet und sagt dir dann: «Morgen wird es sonnig mit 22 Grad.» Das passiert in Sekunden – und die KI hat dabei: 1. Deine Sprache erkannt, 2. Die Bedeutung verstanden, 3. Die passende Antwort gefunden und 4. Die Antwort laut vorgelesen.

Wirklich intelligent?
Dass KI eigentlich der falsche Name ist, zeigt das Beispiel eines Referenten aus einem Kurs, den ich kürzlich besuchte. Er gab einer Bild-KI den Auftrag, eine analoge Uhr mit der Zeit 08:30 Uhr zu zeigen. Was erschien war eine Uhr mit 10:10 Uhr. Dies egal, welche Uhrzeit er verlangte. Der Grund: Die KI orientiert sich an sich am meisten wiederholenden Mustern. Da fast alle Uhren in Illustrationen mit der Zeit 10:10 Uhr erscheinen, glaubt KI, dies sei richtig und übernimmt dieses Bild. Also hier von Intelligenz zu sprechen, ist doch etwas vermessen.

Egal, welche Zeit man verlangt, die KI zeigt immer 10:10 Uhr.
Egal, welche Zeit man verlangt, die KI zeigt immer 10:10 Uhr.

Weitere Probleme sind die Fake-News, welche uns von Bildern übermittelt werden können. Ob etwas echt ist oder nicht, ist relativ schwer zu erkennen. Darüber gibt aktuell die Ausstellung «Wirklich?! - Fakt, Fake oder Meinung? Finde es raus.» im Verkehrshaus in Luzern Einblicke.

Etwas vorzugaukeln ist allerdings nicht erst seit dem Computer-Zeitalter möglich. Ich erinnere mich an einen Fotografen bei einer Tageszeitung, der immer Bilder lieferte, auf denen der Spieler den Ball ankickte oder mit dem Kopf jonglierte. Als ich einmal dafür lobte, nahm er mich mit ins Labor und zeigte mir das Geheimnis: Fotomontagen. Mein Glaube an die Realität, welche Fotos oder Filme abbilden, wurde schon damals erschüttert.

Wie deklariert man KI?
Ein paar Worte eingeben und schon wird ein Satz, ein Abschnitt oder ein Artikel geschrieben. Was einfach tönt, hat aber auch Tücken. Wie deklarieren zum Beispiel Medienschaffende, welchen Anteil KI an ihrem Artikel hat. Wie (un)klar vieles ist, zeigt ein Beispiel aus einem Kurs der Gewerkschaft Syndicom zum Thema, den ich kürzlich mit einer anderen Journalistin zusammen besucht habe. Sie ist einige Jahre jünger als ich, aber auch noch gewohnt, alles selbst und mit eigenen Worten zu schreiben. Es ging darum herauszufinden, ab wann man beim Artikel angeben muss, ob KI benutzt worden ist. Also wollte meine Kollegin von den Referenten wissen, ob man das deklarieren muss, wenn zum Beispiel nur der Lead von KI erstellt ist. Eine konkrete Antwort darauf gab es nicht. Ich erkundigte mich etwas später, ob ich «KI-unterstützt» angeben muss, wenn zum Beispiel nur zwei Sätze im Text von der künstlichen Intelligenz kommt. Eine konkrete Antwort darauf gab es auch hier nicht. Wir haben es beide noch je einmal versucht und wissen es bis heute nicht. Dies ein Beispiel dafür, wie schwierig der Umgang mit KI für Medienschaffende ist.

Richtlinien für Medienschaffende
Ein anderes Problem ist die finanzielle Abgeltung, wenn die KI-Textpassagen von Autoren «klaut».

ProLitteris, die Schweizerische Genossenschaft für Urheberrechte an Literatur und Kunst, hat zum Thema KI ein Positionspapier erarbeitet. Hier ein Auszug davon:

In der Schweiz befasst sich das Parlament mit Anpassungen des Urheberrechtsgesetzes aufgrund einer Motion der Ständerätin Petra Gössi. Die Entwicklung generativer KI basiert oft auf intransparenter Selbstbedienung an urheberrechtlich geschützten Werken. (…)

Das Problem ist offensichtlich: 1. Selbstbedienung: Bisher dominiert in der Entstehung und Nutzung von Systemen der generativen künstlichen Intelligenz (KI) ein massenhaftes und intransparentes, ungefragtes und unentschädigtes Nutzen von Werken und Leistungen. 2. Rechtsunsicherheit: Diese Praxis ist rechtlich unzulässig oder, je nach Konstellation und Rechtsordnung, umstritten. Die technische Machtausübung bedroht die menschliche Kreativität, ohne dazu legitimiert zu sein. 3. Marktdefizit: Das uferlose Abfischen von fremden Werken und Leistungen schädigt Urheber:innen, aber auch KI-Angebote. Denn auch diese arbeiten mit geistigem Eigentum und brauchen einen transparenten Marktplatz für Inhalte.

Es mangelt an Rechtssicherheit, es fehlen Verhandlungen und Verträge und ein Ökosystem, das sich im Interesse aller Beteiligten fortentwickelt werden kann. (…) Kreativität kann ersetzt und verdrängt werden, auch durch Maschinen, darauf muss man sich einstellen. Aber das geltende Recht und seine Vorzüge verdienen Respekt und Durchsetzbarkeit. Die Gesetze und die Praxis der KI-Systeme sind zum Schutz der Urheberrechte zu ergänzen. Das ist für die Schweiz als KI-Standort von Vorteil. Es gilt also, Lösungen zu gestalten für das Copyright, Kollektivlizenzen und Verwertungsgesellschaften. Es braucht massgeschneiderte Eingriffe ins Urheberrechtsgesetz (URG), so wie frühere Technologien diese ebenfalls ausgelöst haben. Das Institut für Geistiges Eigentum kann diese Anpassungen mit fachlicher Kompetenz zielführend und ausgewogen entwerfen. Siehe auch: Pro Litteris KI

KI kann eine gute Sache sein und im Alltag helfen. Aber es sind noch viele Fragen offen, die unbedingt geklärt werden müssen. Denn auch unsere Generation kann und will sich nicht vor Neuem verschliessen. Bedenken sind jedoch nachvollziehbar und erlaubt.

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