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Gegen die Diskriminierung älterer Menschen

Projektleiterin Heidy Steffen eröffnete die Sensibilisierungskampagne «Das hohe Alter» des Forums Luzern60plus und kann das erfolgreiche Projekt nun auch in Berlin vorstellen.
Projektleiterin Heidy Steffen eröffnete die Sensibilisierungskampagne «Das hohe Alter» des Forums Luzern60plus und kann das erfolgreiche Projekt nun auch in Berlin vorstellen.

Text: Monika Fischer, Foto: Priska Ketterer


Die Bedeutung des hohen Alters ist nicht nur für die GrossmütterRevolution ein wichtiges Thema. Der Erfolg der entsprechenden Veranstaltungsreihe in Luzern motivierte die Projektgruppe für weitere Anlässe. Im Einsatz gegen Altersdiskriminierung steht auch die Plattform «Jedes Alter zählt» einer Projektgruppe der Uni Zürich.

(Fortsetzung)

An der Abschlussveranstaltung freute sich Heidy Steffen (81) mit folgenden Worten über die erreichte Zielsetzung des Projektes mit einem Porträtbuch, einer Plakatkampagne und verschiedenen sehr gut besuchten Anlässen: «Die Gesellschaft tendiert dazu, Alter und Hochaltrigkeit mit Gebrechlichkeit, Hilflosigkeit und hohen Kosten zu verbinden. Dem wollten wir etwas entgegensetzen und mit positiven Altersbildern zeigen, dass alte und hochaltrige Menschen viel erlebt und geleistet haben, ein Gewinn und somit weiterhin ein wichtiger Teil der Gesellschaft sind.»

Eine in Luzern anwesende Berliner Professorin nahm zufällig an einem der Anlässe teil und suchte den Kontakt mit Projektleiterin Heidy Steffen. Bald darauf traf von der Geschäftsstelle für die Altersberichte der Bundesregierung die Anfrage für eine Teilnahme an einer Veranstaltung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein. Ausgehend vom 9. Altersbericht der deutschen Bundesregierung konnte Heidy Steffen am 10. September 2025 in Berlin an der Fachtagung zum Thema «Ageismus und Diskriminierung älterer Menschen» im Beisein der zuständigen Bundesministerin die Luzerner Kampagne unter dem Titel «Mit Stolz und Selbstbewusstsein gegen Ageismus» vorstellen

Wir sind alt – na und?
Angeregt durch diesen Erfolg bleibt die Arbeitsgruppe des Forum Luzern60plus weiterhin aktiv. Am 1. Oktober 2025, dem UNO-Tag der älteren Menschen, findet um 18 Uhr im Marianischen Saal eine Veranstaltung unter dem Titel «Wir sind alt – na und?» mit Gastreferent alt Bundesrat Moritz Leuenberger statt. Er wird ein Referat unter dem Titel «Die Würde des Menschen und die Demokratie» halten. Im anschliessenden Podiumsgespräch dieskutieren neben dem Referenten auch die Altersforscherin Prof. Dr. Sabina Misoch, die Schriftstellerin Isolde Schaad sowie der «malende Lebenskünstler» und Vertreter des Forums Luzern60plus, Pietro Abt zu Fragen von Würde, Altersdiskriminierung, Auswirkungen der Digitalisierung usw.. Die Gesprächsleitung hat die Journalistin Barbara Stöckli.

Jedes Alter zählt
Unter diesem Titel möchte das UZH Healthy Longevity Centerder Universität Zürich auf der Plattform jedesalter.ch
Altersdiskriminierung sichtbar machen, informieren und sensibilisieren. Initiiert wurde die Plattform von Erika Benz, die bei der AG DenkRäume geschnuppert hatte. Ziel der Plattform ist es, Altersdiskriminierung besser zu verstehen und aufzuzeigen, warum das Thema wichtig ist und uns alle angeht. Auf der Plattform werden Vision und Mission des Projekts sie wolft vorgestellt

«Unsere Vision: Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch, unabhängig vom Alter respektvoll behandelt und wertgeschätzt wird. In jedem Alter sollen die Menschen die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und sich einzubringen. Unser Ziel ist es, negative Vorstellungen zu hinterfragen und Altersdiskriminierung sichtbar zu machen. Wir möchten die Bedeutung des höheren Lebensalters für unsere Gemeinschaft unterstreichen.

Unsere Mission: Wir wehren uns gegen Altersdiskriminierung in der Schweiz:

  1. Wir machen auf das Thema aufmerksam, um das Bewusstsein in der Gesellschaft zu schärfen.
  2. Wir bauen eine Plattform und eine Gemeinschaft auf, in der Menschen ihre Meinung äussern und ihre Erfahrungen teilen.
  3. Wir betreiben innovative Forschung, um Altersdiskriminierung besser zu verstehen.
  4. Wir geben Empfehlungen an die Politik ab, um Altersdiskriminierung zu verhindern.

Auf der Plattform kann man seine persönlichen Erfahrungen, auch positive, anonym oder offen teilen. Ziel ist der Aufbau einer Community, die sich untereinander vernetzt und sich weiterhilft. Die Resultate werden wissenschaftlich ausgewertet. Die dadurch gewonnen Erkenntnisse sollen als Empfehlungen in die Praxis transferiert werden, vor allem an Institutionen, die mit Altersfragen zu tun haben, und in die Politik.

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