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Mit der Enkelin an der Klimademo

«Liebe Groma, danke vielmals für die coolen Fotos. Ich hoffe, wir sehen uns an der nächsten Klimademo wieder.»

Wie freute mich diese Mail meiner bald dreizehnjährigen Enkelin. Sie hatte mir von ihrer Motivation für die Teilnahme am Schülerstreik im Januar erzählt. Die unentschuldigten Absenzen hatte sie dafür in Kauf genommen.

Nach dem Bericht meiner Enkelin nahm auch ich an der grossen Klimademo im Februar teil. Wiederum war die Erstgymnasiastin an vorderster Front dabei. Ich schickte ihr Bilder vom langen Zug von 2000 Menschen durch die Strassen der Stadt Luzern. Jung und Alt demonstrierten gemeinsam für die Einhaltung der Klimaziele und für eine lebenswerte Zukunft auch für künftige Generationen.

Ich dachte dabei an mein Bemühen, den Kindern und später den Enkelkindern soweit möglich die Zusammenhänge zwischen unserer Lebensweise und deren Auswirkungen auf die Natur aufzuzeigen. Sie hatten selber beobachtet, dass es in gewissen Regionen nur noch wenige Schmetterlinge gab. Ich schilderte ihnen, dass manche Arten verschwinden, wenn die Raupen in den eintönigen Kulturlandschaften keine Futterpflanzen mehr finden. Oder ich erklärte ihnen, warum wir Erdbeeren nur im Spätfrühling und Tomaten im Sommer und Herbst essen, wenn sie bei uns wachsen. In den ersten Primarklassen zeigten die Kinder grosses Interesse, fragten nach und wollten alles genau wissen. Später standen andere Themen für sie im Vordergrund. War mein Bemühen umsonst gewesen? War ich vielleicht mit meiner nicht immer konsequenten Haltung zu wenig Vorbild?

Die Teilnahme an der eindrücklichen Klima-Kundgebung hat etwas in mir verändert. Ich achte beim Einkaufen gezielter auf die Herkunft der Produkte und ihre Verpackung. Mit neuer Aufmerksamkeit verfolge ich Medienberichte, politische Haltungen und Entscheide zur Klimathematik. Erfreut stelle ich fest, dass auch viele andere Menschen vom weltweiten, von der jungen Schwedin Greta Thunberg angefachten Klimastreik neu für den Umwelt- und Klimaschutz sensibilisiert wurden und zum Beispiel ihre Ferien möglichst ohne Flugreise planen.

Nun bin nicht mehr ich es, die meine Familie auf einen bewussten Umgang mit der Natur hinweisen muss. Nein, nun sind es die Enkelkinder und ihre Freunde, die mich neu für eine konsequentere Haltung im Alltag motivieren. Ich bin überzeugt: Wenn wir gemeinsam dranbleiben, werden wir etwas erreichen.

«Selbstverständlich bin ich an der nächsten Demo wieder dabei», schrieb ich meiner Enkelin, «informiere mich rechtzeitig, wann und wo sie stattfindet.»

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© 2019 Monika Fischer

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