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Frauenweis(s)heiten im Monat September 2023

Liebe Leserinnen und Leser

Nach dem heissen und trockenen Sommer haben sich die Blätter an den Laubbäumen mancherorts früh verfärbt. Der Herbst hat sich angekündigt.
Dem Herbst in der Natur entspricht beim Menschen die Lebensphase Alter mit ihren besonderen Herausforderungen. Dies spürt auch die von Irmgard Bayard porträtierte Anne-Regula Keller. Noch ist sie ständig auf Achse und beschäftigt sich mit verschiedenen Projekten. «Leider machen sich einige Altersgebrechen bemerkbar», meint die Vielbeschäftigte, weshalb sie unter anderem geliebte Sportarten aufgeben musste.

Mit zunehmendem Alter stellt sich die Frage nach der Wohnsituation. «Wir zügeln!» Marianne Stohler erzählt vom schwierigen Entschluss, das alte Wohnhaus zu verlassen und in eine Eigentumswohnung zu ziehen. Sie schildert, wie beim Aussortieren und Weggeben vieler Gegenstände Erinnerungen an alte Zeiten hochkommen und meint: «Ich bin dran, mich zu verabschieden.»
Nachdem Monika Fischer mit ihrem Mann in ihre nicht altersgerechte Traumwohnung in fremder Umgebung gezogen war, fragte sie sich: «Haben wir einen Fehler gemacht? Es heisst doch, einen alten Baum soll man nicht verpflanzen.»
Die 97jährige Verwandte von Barbara Bischoff lebt noch immer selbständig in der ehemaligen zu grossen Familienwohnung. Dies zeigt: Wohnwünsche lassen sich im Alter mangels kleiner und günstiger Wohnungen oft nicht realisieren. Genossenschaften und Fachorganisationen haben das erkannt und suchen nach Lösungen. So hat z.B. Pro Senectute Zürich das Projekt «Wohnen für Hilfe» lanciert. Andrea Fetz hat den Bericht gesehen und kann sich die Idee aus jetziger Sicht vorstellen. Sie machte sich Gedanken, wo die Stolpersteine liegen und fragt sich, wie sie in ein paar Jahren darüber denken wird.

Noch erfreut uns der Herbst mit seiner Farbenvielfalt. Da verdrängen wir gerne den Gedanken an den Winter, wo der Schnee bei düsterem Wetter wie ein Leichentuch über der Erde liegt und an unsere Endlichkeit erinnert. Und doch gehören Sterben und Tod zum Leben. Dieses Bewusstsein kann ein Gewinn sein fürs Leben. Vielerorts wurde das erkannt. In der Stadt Bern wurde mit «Bärn treit» www.baerntreit.ch eine lebendige Sterbekultur entwickelt, und in Luzern wurde die Veranstaltungsreihe der Lebensreise 2023 dem Thema «Endlichkeit als Herausforderung» gewidmet www.luzern60plus.ch. In der Stadt Zürich fand Ende August schon zum zweiten Mal das interdisziplinäre Festival «Hallo Tod» statt. Rosmarie Brunner und Maru Stocker von der AG Endlichkeit haben sich mit dem Café Mortel daran beteiligt. Das Interesse zeigte: Der Aufwand hat sich gelohnt, die Menschen möchten den Tod wieder in die Mitte des Lebens holen.

Weisch no? Andrea Fetz blickt mit Wehmut zurück auf die aufregenden Spiele ihrer Kindheit auf der damals noch autofreien Strasse.
Weckt das auch bei Ihnen Erinnerungen?
Wir wünschen Ihnen angenehme Herbsttage und freuen uns auf Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Das Frauenweis(s)heiten-Team:
Irmgard Bayard, Barbara Bischoff, Andrea Fetz, Monika Fischer und Marianne Stohler
Kontakt für Rückmeldungen: Monika Fischer: fischerabt@bluewin.ch

PORTRÄTS: FRAUEN DER GROSSMÜTTERGENERATIONEN
Anne-Regula Keller in ihrem vielseitigen, selber geplanten Garten: Er ist ebenso ihr Stolz wie das Solardach und die Erdsonden.
Anne-Regula Keller in ihrem vielseitigen, selber geplanten Garten: Er ist ebenso ihr Stolz wie das Solardach und die Erdsonden.

Immer in Bewegung und voller Ideen

Irmgard Bayard

Fast immer rot-schwarz gekleidet, in der Gesinnung rot-grün, ständig in Bewegung, tausend Ideen und Interessen, aber nie genug Zeit – das ist Anne-Regula Keller-Beglinger. Sie arbeite projektbezogen, sagt sie von sich selbst. «Darauf konzentriere ich mich, danach vergesse ich viel wieder.» Aktuell beschäftigt sie sich intensiv und parallel mit der Gründung des Mundartvereins Solothurn und Umgebung und Anlässen dreier anderer Dialektorganisationen​

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Was mich bewegt

Wohnen im Alter

Marianne Stohler, Monika Fischer, Barbara Bischoff

Viele Menschen entwickeln mit den Jahren ihre Vorstellung, wie sie im Alter wohnen möchten. Auch Fachorganisationen und Gemeinden setzen sich für altersgerechtes Wohnen ein. Doch die Bedürfnisse der Menschen sind individuell und unterschiedlich. Manche wünschen sich, in eine kleinere Wohnung zu ziehen, finden jedoch keine Möglichkeit in der Nähe zu gleichem Preis. Andere möchten ihr geliebtes Wohnumfeld nicht aufgeben, solange sie gesund sind und selbständig wohnen können. Marianne Stohler, Monika Fischer und Barbara Bischoff berichten von ihren Erfahrungen mit dem Zügeln, dem Umzug in eine fremde Umgebung und von den Schwierigkeiten, eine angemessene Wohnung zu finden.

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Was mich bewegt II

Wer hat ein Zimmer frei?

Andrea Fetz

Eine Freundin sagt mir, wenn sie einmal ohne Partner zurückbleiben würde, zöge sie mit Freude in eine kleine Wohnung und geniesse ein Leben ohne viel Aufwand. Ich kann mir das nicht vorstellen! Zu sehr liebe ich das kleine Haus mit Garten, in dem ich mich so wohl fühle – MEIN ZUHAUSE. Hier fühle ich mich geborgen, wenn das Leben mich fordert, und diese Wände sind Zeugen von wunderschönen Erinnerungen. Und ich muss damit rechnen, dass die Miete einer zwei-bis drei- Zimmerwohnung meine aktuellen Wohnkosten sogar überschreitet. Doch was soll ich mit vielen Räumen, ganz allein?

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Aktuell
Am Kulturfestival «Hallo Tod» in Zürich leiteten Rosmarie Brunner (links) und Maru Stocker von der AG Endlichkeit am 25. August das Café Mortel.
Am Kulturfestival «Hallo Tod» in Zürich leiteten Rosmarie Brunner (links) und Maru Stocker von der AG Endlichkeit am 25. August das Café Mortel.

Den Tod mitten ins Leben holen

Monika Fischer

«Hallo, Tod!» So der Titel des von der Kulturbande Zürich* organisierten interdisziplinären Kulturfestivals zum Tod, das vom 24. bis zum 27. August 2023 in Zürich bereits zum zweiten Mal durchgeführt wurde. Sein Ziel gemäss Website: «Unserer Vergänglichkeit persönlich, kreativ und mit Schöpfungskraft begegnen, da, wo unser Leben spielt. Mitten in Zürich, mitten in der Gesellschaft.» Das von Maru Stocker und Rosmarie Brunner von der AG Endlichkeit der GrossmütterRevolution geleitete Café Mortel war ausgebucht und zeigte: Es ist ein Bedürfnis, über das Sterben und den Tod zu sprechen.

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Weisch no?

Wenn die langen Tage wieder kürzer werden.

Andrea Fetz

Ein Rückblick mit Wehmut
Einmal wurde ich gefragt: «Welches war das Spielparadies deiner Kindheit?». Sofort hatte ich ein Bild der Erstfeldstrasse in Basel vor Augen. Unser Garten grenzte wie der von anderen Familien an diese kleine, eher kurze Strasse, die damals in den 60er- und 70er Jahren selten von einem Auto befahren wurde.

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Aktuell

Evaluation der Frauenweissehiten

Wir wollen uns und die GMR weiterentwickeln und brauchen dazu eure Unterstützung.

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