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Liebe Leserin, lieber Leser Manchmal habe ich Mühe mit der Gegenwart. Es gibt Kriege in der halben Welt, furchteinflössende Politikerinnen und Politiker, Krankheiten, trübes Wetter, etc. Man liest davon in den Zeitungen, sieht Bilder im Fernsehen und hört Berichte im Radio. Aber dann gibt es wieder schönes Wetter wie am Tag, wenn ich diesen Text schreibe, oder tolle Momente wie am ersten November in Solothurn. Fünf Frauen vom RegioForum Oberaargau des Vereins GrossmütterRevolution und ihre Partner treffen sich vor dem Stadttheater. Auf dem Programm steht ein Konzert vom «Echo vom Eierstock». Diese rund 50 Frauen haben nicht nur tolle Stimmen, sie haben die längst nicht mehr zeitgemässen Liedtexte angepasst. Nicht mehr die guten alten Zeiten werden besungen, wo Schweizer noch echte Mannsbilder und die Frauen entweder herzige Geschöpfe, ein liebes Müeti oder böse Gattinnen waren, sondern aktuelle Themen, die Texte also ins Hier und Jetzt geholt. Zwischentöne gab es von Kabarettistin, Satirikerin und Autorin Lisa Christ, wie immer philosophisch-ernst, aber auch wortgewandt verspielt. Ein Erlebnis auf allen Ebenen. Wortgewandt ist auch Lydia Bauer-Walpen, wenn sie über ihr Leben spricht. «Alles sträubt sich in mir dagegen, meine Jugenderinnerungen aufzuschreiben.» Diesen Satz findet man im Buch «Acht Geschwister, acht Geschichten». Glücklicherweise hat sich Lydia dann doch daran gemacht und mit ihren sieben Geschwistern dieses Buch «nur für die Familie» gestaltet. Alle erzählen darin ihre Sicht als im Wallis aufgewachsenes Bergbauernkind von den 50er- bis zu den 80er-Jahren. Ich begegne Lydia immer wieder bei Anlässen der GrossmütterRevolution. Bei einem Gespräch bei mir zu Hause hat sich die 70-Jährige mir gegenüber geöffnet und mir Auszüge aus ihrem bisherigen Leben erzählt. Das spannende Porträt eröffnet die November-Frauenweis(s)heiten. Als Thema haben wir uns für diese Ausgabe Künstliche Intelligenz KI vorgenommen. Keine leichte Aufgabe. Das Thema ist komplex, was die drei unterschiedlichen Artikel von Monika, Marianne und mir zeigen. Was dabei herauskommt, wenn man der KI drei Stichworte gibt, ist in der Kurzgeschichte «Die Revolution der Grossmutter» nachzulesen. In «Aufgefallen» stellt Monika «Damenprogramm» und «Damentour», zwei Bücher von Theres Roth-Hunkeler vor und unterhält sich mit der Schriftstellerin. In «Aktuell» wird die Service-Citoyen-Initiative vorgestellt, über die wir am 30. November abstimmen. In der Rubrik «Was mich beschäftigt» geben Bernadette und Barbara ihre Gedanken wieder. «Muss ich als Feministin ein schlechtes Gewissen haben, weil ich mich ein halbes Leben lang für Frauenrechte eingesetzt habe?» fragt sich erstere. Und gibt mit «nein, finde ich nicht», gleich selbst die Antwort. Und sie hat recht. Auch und gerade in Zeiten, wo der Ruf nach starken Männern wie Trump, Putin, Musk etc. immer stärker werden. Mit «Ein Tag ohne Frauen» erinnert Barbara an den gleichnamigen Dokumentarfilm über isländische Aktivistinnen und werweisst, ob der Frauenstreik 1991 wirklich gehört wurde. Zu guter Letzt erinnert sich Barbara in «Weisch no?» an Silvester ihrer Kindheit mit Schnaps für den Kapuziner und die Faszination von noblem Mobiliar. Viel Spass beim Lesen. Und übrigens: Rückmeldungen, ob positiv oder negativ, nehmen wir gerne entgegen. Irmgard Bayard Und das Team der Frauenweis(s)heiten Monika Fischer, Barbara Bischoff, Andrea Fetz, Bernadette Kurmann und Marianne Stohler
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