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Frauenweis(s)heiten

Frauenweis(s)heiten im September 2026

Liebe Leserin, lieber Leser

Der vergangene Sommer hat uns viel abverlangt. Zuerst haben sich viele von uns sicher über das schöne, heisse Wetter gefreut. Aber mit der Zeit war es – auf jeden Fall für mich und fast alle in meiner Umgebung – ziemlich anstrengend. Kaum ein Tag verging, an dem es nicht über 30 Grad warm war. Zur Abkühlung habe ich mir jeweils ein Frottee-Tuch mit kaltem Wasser in den Nacken gelegt. Auch in den Nächten fielen die Temperaturen kaum je unter 20 Grad und ein Abkühlen der Wohnung war fast nicht möglich.

Nun ist es glücklicherweise kühler, aber leider auch später hell. Die Hitze vermisse ich nicht, aber die Sonnenstrahlen, die mich wecken und die Vögel, die mir mit ihrem frühmorgendlichen Gesang gute Laune verbreiteten.

Und nun freue ich mich auf den Herbst, als im Oktober Geborene «meine» Zeit. Das Wetter ist normalerweise schön, die Temperaturen sind angenehm und die Menschen entspannter. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es unter uns zahlreiche ältere Menschen gibt, die nicht nur der Hitze wegen zu Hause bleiben wollen oder müssen, sondern weil sie nicht mehr so mobil sind. Die Mobilität im Alter haben wir in dieser Ausgabe zum Thema gemacht.

Mobilität steht für Beweglichkeit in verschiedenen Lebensbereichen. Im übertragenen Sinn kann Mobilität geistige Beweglichkeit und Offensein für Neues heissen. Oder sich räumlich zu bewegen, sei es zu Fuss, mit Hilfs- oder Verkehrsmitteln. In den anschliessenden Artikeln zum Thema Mobilität im Alter geht es in erster Linie um die räumliche Bewegung – aber auch dafür braucht es eine geistige Beweglichkeit. Denn nicht immer fällt die Umstellung und Anpassung leicht.

Dies zeigen zwei Erlebnis- und Erfahrungsberichte, einer geschrieben von Diana Bertschi, einer aufgezeichnet von Christine Künzler. Vom Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern habe ich Einiges über Fahreignung und Fahrfähigkeit erfahren und wie die Test ablaufen. Dass Mobilität im Alter auch Teilnahme bedeutet, davon schreibt Marianne Stohler.

In Vernetzung schreibe ich vom Aufbau des Feministischen Netzwerkes Oberaargau und unter «Gesehen, gehört» stellt Marianne Stohler das neue Begegnungskaffee an Wohnort vor. Gleich zweimal geht es in der Rubrik «Was mich beschäftigt» um den Abschied vom Autofahren. Monika Fischer behält den Führerschein noch mindestens zwei Jahre lang und äussert sich zur Reaktion auf das Postulat einer Politikerin, die strengere Regeln für ältere Automobilist:innen fordert. Barbara Bischoff wundert sich über die Argumentation älterer und alter Autofahrer:innen, warum sie den Ausweis unbedingt noch behalten müssen. Und zum Schluss erinnere ich mich mit einem Augenzwinkern ans Fernsehprogramm der 50- und 60-er-Jahre.

Gestartet werden diese Frauenweis(s)heiten wie immer mit einem Porträt. Dieses Mal hat Monika Fischer Trudy Lötscher-Meier und ihr spannendes Leben aufgeschrieben.

Wir wünschen Euch viel Vergnügen beim Lesen und freuen uns auf Rückmeldungen jeder Art an die Co-Redaktionsleitung

Irmgard Bayard (scipt@quickline.ch)

und das Team der Frauenweis(s)heiten, Monika Fischer (fischerabt@bluewin.ch), Diana Bertschi, Barbara Bischoff, Andrea Fetz, Bernadette Kurmann und Marianne Stohler


Beim Anblick der Fotobücher mit Bildern des Austausches mit Bäuerinnen aus Afrika und Indien schwelgt Trudy Lötscher-Meier in Erinnerungen.

Beim Anblick der Fotobücher mit Bildern des Austausches mit Bäuerinnen aus Afrika und Indien schwelgt Trudy Lötscher-Meier in Erinnerungen.

Sie liebte das Gestalten und packte Neues mutig an

Monika Fischer

Sie war als Präsidentin der Bäuerinnen und des Frauen- und Müttervereins Willisau bekannt. Näher kennen lernte ich Trudy Lötscher-Meier beim Austausch mit afrikanischen und indischen Bäuerinnen. Als Journalistin durfte ich die Frauen bei Begegnungen auf Bauernhöfen im Luzerner Hinterland sowie auf Reisen nach Burkino Faso und Indien begleiten. Diese hinterliessen bei der sechsfachen Mutter, der Gross- und Urgrossmutter nachhaltige Eindrücke im Hinblick auf mehr Gerechtigkeit und Lebensqualität für alle.

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Mobilität im Alter I

Erfahrungsbericht, aufgezeichnet von Christine Künzler

Sofie Meier ist 78 und gehbehindert. Sie, die in Wirklichkeit anders heisst, muss ihr Leben neu ausrichten. Der Verlust der Mobilität im Alter hat Folgen. Damit umzugehen ist eine tägliche Herausforderung.

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Es gibt verschiedene Angebote für Fahrtest mit einem Fahrlehrer. (Foto erstellt mit KI.)

Es gibt verschiedene Angebote für Fahrtest mit einem Fahrlehrer. (Foto erstellt mit KI.)

Mobilität im Alter II: Über Fahreignung und Fahrfähigkeit

Irmgard Bayard

Ab 75 Jahren müssen Autofahrer:innen einen Test absolvieren. Wir wollten vom Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern Antworten auf einige Fragen in diesem Zusammenhang erhalten. Vorab erhielten wir folgende Erklärung: Im Strassenverkehrsrecht wird zwischen Fahreignung und Fahrfähigkeit unterschieden. Die Fahreignung umfasst die grundsätzlichen und längerfristig bestehenden körperlichen und psychischen Voraussetzungen, die erforderlich sind, um ein Motorfahrzeug sicher zu führen. Die Fahrfähigkeit bezeichnet demgegenüber den momentanen Zustand einer Person. Sie kann beispielsweise durch Müdigkeit, Alkohol, Medikamente oder eine akute Erkrankung vorübergehend beeinträchtigt sein.

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Mobilität im Alter III: Mobilität heisst auch Teilnahme

Marianne Stohler

Zuerst möchte ich vorausschicken, dass Mobilität im Alter etwas ganz Wesentliches ist. Mobil sein heisst Teilnahme an den verschiedensten Anlässen, es heisst andere besuchen zu können, Kontakte zu knüpfen, die eigenen Wände hinter sich zu lassen um Neues kennen zu lernen, kurz, sich als Teil der Gesellschaft wahrzunehmen.

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Ursina – lebensfroh und engagiert

Ursina – lebensfroh und engagiert

Mobilität im Alter IV: Unterwegs mit dem Rollator

Diana Bertschi

Die 85-jährige Ursina Stoll-Flury, geboren im Oberengadin, wohnt und engagiert sich seit vierzig Jahren in Burgdorf. Als Journalistin, Schauspielerin, Vorleserin, Stadtführerin, engagierte Grossmutter (romanisch «nona») ist sie stadtbekannt, nicht zuletzt durch ihre herzliche und farbenfrohe Art. Vor ca. einem Jahr habe ich Ursina spazierend an einem gelben Rollator gesehen. Es war ihre «Jungfernfahrt» am neuen Gefährt. Spontan hat sich ein offenes Gespräch über veränderte Mobilität und dem Willen, bewegt und sichtbar in der Öffentlichkeit zu bleiben, ergeben. Ich freue mich darauf dieses heute fortzusetzen.

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Auf dem Handy kann man praktisch Billette lösen

Auf dem Handy kann man praktisch Billette lösen

Mobilität im Alter V: Unterstützung beim Billettkauf

Irmgard Bayard

Nicht alle älteren Leute können problemlos am Automaten ein Billett lösen. Wenn man Glück hat, ist jemand in der Nähe der oder die hilft. Besser ist es jedoch, sich vorher kundig zu machen. Für die Billett- und Ausflugplanung bieten Pro Senectute und SBB gemeinsam Kurse an. Dort lernen Interessierte den Umgang mit den Online-Diensten für den öffentlichen Verkehr.

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Vernetzung: Feministisches Netzwerk Oberaargau

Irmgard Bayard

Im Juni gelangten zwei Frauen unter anderem an den SP-Frauenstamm. Ihr Bedürfnis: Den Aufbau eines feministischen Netzwerkes mit dem Ziel, Verbundenheit, Netzwerk, Aktivismus und Austausch aller Altersgruppen überparteilich zu stärken. Nach zwei Sitzungen ist das FEMOA, das feministische Netzwerk Oberaargau gegründet. Mit dabei zwei Frauen aus dem RegioForum Oberaargau des Vereins GrossmütterRevolution.

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Gemütliches Begegnungsort

Gemütliches Begegnungsort

Gesehen, gehört: Das neue Begegnungskaffee

Marianne Stohler

Als die Post bei uns im Dorf schloss, kaufte die Gemeinde das dazugehörige Gebäude mit der Idee, daraus einen Ort für verschiedene Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen, für Vereine oder anderes. Leider fehlte dafür aber das Geld. Der Raum wurde ab und zu für verschiedenes genutzt, wie Kunstausstellungen und ähnliches.

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Die Abgabe des Führerscheins im Alter ist mit vielen Erinnerungen und mit Einschränkungen verbunden. Foto: Urs Abt

Die Abgabe des Führerscheins im Alter ist mit vielen Erinnerungen und mit Einschränkungen verbunden. Foto: Urs Abt

Was mich beschäftigt I: Abschied vom Autofahren

Monika Fischer

Vor wenigen Wochen bekam ich wie alle zwei Jahre die Aufforderung vom Strassenverkehrsamt Luzern, meine Fahrtüchtigkeit vom Vertrauensarzt medizinisch untersuchen zu lassen. Sollte ich mit meinen bald 82 Jahren weiterhin selber Auto fahren? Oder meinen Führerschein vielleicht doch abgeben, da ich das Auto seit unserem Umzug in die Stadt nur noch selten brauche? Lange überlegte ich hin und her. Ich dachte daran, wie sehr ich Jahrzehnte auf das Auto angewiesen war und dieses für mich ein Stück Unabhängigkeit bedeutet.

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Was mich beschäftigt II: Verblüffende Argumente für das Auto im Alter

Barbara Bischoff

Über längere Zeit befasste ich mich mit dem Gedanken, wann es sinnvoll sein könnte, nicht mehr Auto zu fahren und den Fahrausweis abzugeben. Obwohl ich sehr selten in der Schweiz ein Auto lenkte, genoss ich es sehr, in den Ferien mit einem Mietauto an entlegenere Orte zu gelangen und somit eine Ferienreise auch spontan umplanen zu können.

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In etwa so sah unser erstes TV-Gerät aus. (Foto: Pixabay)

In etwa so sah unser erstes TV-Gerät aus. (Foto: Pixabay)

Weisch no? TV im Wandel

Irmgard Bayard

Ich schaue viel fern. Aktualitätensendungen, Reiseberichte und Quiz-Shows sind meine liebsten Sendungen. Und natürlich Sportberichterstattungen, vor allem Fussball. Ab und zu sehe ich einen Film an oder was es sonst noch so gibt. Allerdings meide ich die privaten Sender, da mir die vielen Werbeunterbrechungen auf die Nerven gehen.

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