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Frauenweis(s)heiten

Frauenweis(s)heiten im Mai 2026

Liebe Leserin, lieber Leser

Am kommenden 14. Juni findet neben dem Frauenstreik eine wichtige Abstimmung statt: Die 10-Millionen-Initiative, auch Nachhaltigkeits-Initiative genannt. Diese löst viele emotionsgeladene Diskussionen aus. In einem Artikel vom 29. April plädiert der Ethikprofessor Peter G. Kirchschläger in den Zeitungen von CH-Media für eine Versachlichung der aufgeheizten Asyldebatte. In seiner neuen Studie will er die Relationen mit einem simplen Rechenbeispiel - 12 Asylsuchende pro EU-Gemeinde - geraderücken. Er kritisiert die Instrumentalisierung von Geflüchteten als Sündenböcke und fordert eine Reform der Flüchtlingskonvention, besteht doch seiner Ansicht nach eine unglaubliche Unrechtsituation. «Menschen sterben auf der Flucht und erleben unwahrscheinliche Gewalt und Ausbeutung. Und sie werden ungerechtfertigterweise als Sündenböcke aller nur möglichen Probleme abgestempelt.» Stattdessen fordert Kirchschläger die Lösung realer Probleme wie z.B. das Angehen der wirklichen Gründe für die Wohnungsnot in den Schweizer Städten. Auch gehe es nicht an, Kriminalität zu einem Problem von Menschen auf der Flucht zu machen, was nur Hass schüre. «Zum Vergleich: Im Jahr 2024 hat die EU 100 Milliarden Euro durch schädliche Steuervermeidung von Unternehmen verloren. Darüber gibt es im Vergleich zur Asylthematik kaum einen öffentlichen Diskurs.»

Irmgard Bayard schreibt über die verheerenden Folgen der Initiative, die nur mit einem Nein verhindert werden können.

Das Thema dieser Ausgabe «Wohnen im Alter» zeigt einmal mehr, wie privilegiert wir in unserem Land sind. Unabhängig von der finanziellen Situation ist Lebensqualität bei verschiedenen Wohnsituationen im Alter möglich. Denn so unterschiedlich wie die Menschen sind ihre Vorstellungen und Bedürfnisse. Im Hinblick auf die richtige Entscheidung ist es wichtig, sich rechtzeitig Gedanken zu machen und entsprechend zu informieren.

«Was uns als stärkste Kraft verbindet, ist die Fürsorge, auf der das Leben wächst.» Mit diesen Worten plädierte die Pfarrerin Sybille Forrer in ihrer Fernsehpredigt für mehr Wertschätzung für die Care-Arbeit und bezeichnete das Kind als Prüfstein für Macht. In einem weiteren Bericht von Monika Fischer erfahren wir, wie pensionierte Ärztinnen und Ärzte Menschen ohne Zeitdruck freiwillig beraten. Über die Bedeutung von Humor bei einer Demenz schreibt Barbara Bischoff. Die aktuelle Plakatkampagne «Demenz begegnen» möchte mit Aufklärung Angst abbauen und zu einem natürlichen Umgang mit Betroffenen und ihren Angehörigen anregen. Die Frauen des Regio-Forums Zentralschweiz bekamen bei ihrem Besuch in Willisau Einblick in das Schaffen und Wirken von Mitfrau Marietta Kneubühler und erfuhren im Austausch mit Frauen der Region viel Frauenpower.

Im Porträt von Irmgard erfahren wir, wie Marie-Anne Reber-Bernhard als zweifache, früh verwitwete Mutter ihre Leidenschaft für den Flügel bis ins hohe Alter bewahrt hat und lernen zum Abschluss den alten Maibaum-Brauch kennen.

Wir freuen uns, wenn Sie beim Lesen der verschiedenen Geschichten auftanken können und wünschen Ihnen in den kommenden Wochen viel Licht und Wärme.

Monika Fischer

und das Team der Frauenweis(s)heiten, Irmgard Bayard, Barbara Bischoff, Andrea Fetz, Bernadette Kurmann und Marianne Stohler


PORTRÄTS: FRAUEN DER GROSSMÜTTERGENERATIONEN
Marie-Anne Reber an ihrem Lieblingsplatz.

Marie-Anne Reber an ihrem Lieblingsplatz.

Ihre Leidenschaft ist und bleibt der Flügel

Irmgard Bayard

Marie-Anne Bernhard wuchs in Rothrist auf, wo die Eltern ein Coiffeurgeschäft führten. Für sie war damals klar, dass sie Coiffeuse werden wollte. Doch das Leben hatte andere Pläne. So richtete sie ihre Zukunft auf die Musik aus, der sie trotz schwieriger Umstände treu geblieben ist. Noch heute, im Alter von 79 Jahren, sitzt sie gerne an einem ihrer Flügel.

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Wohnen im Alter 1
Foto: NZZ Real Estate.

Foto: NZZ Real Estate.

Wohnen im Alter wird früher oder später ein Thema.

Irmgard Bayard

«Welche Wohnform passt? Was sind meine Möglichkeiten, wer hilft beim Umzug, was sind die Kosten?» Diesen Themen widmete sich Peider Nicolai, damals Geschäftsleiter des Alterszentrums Lindenhof in Langenthal, an einem von der Seniorebrügg Langenthal organisierten Anlass zum Thema Wohnen im Alter.

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Wohnen im Alter 2
Referentin Claudia Horsiberger, Fachbereichsleiterin AHV-Zweigstelle Langenthal, betonte, dass ein Heimaufenthalt grundsätzlich für alle Versicherten in der Schweiz gewährleistet ist.

Referentin Claudia Horsiberger, Fachbereichsleiterin AHV-Zweigstelle Langenthal, betonte, dass ein Heimaufenthalt grundsätzlich für alle Versicherten in der Schweiz gewährleistet ist.

Ich - ins Altersheim?

Irmgard Bayard

Wohnformen für ältere und alte Menschen gibt es einige. Im Idealfall können sie zu Hause bleiben oder in eine altersgerechte Wohnung in der gewohnten Umgebung umziehen. Auch Senioren-WGs gibt es bereits. Doch wie gestaltet sich der Umzug ins Heim, wenn keine Alternative vorhanden ist? Das war eines der Themen einer Veranstaltung, organisiert von Langenthaler Institutionen, Alterszentren sowie der AHV-Stelle.

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Wohnen im Alter 3
Mit Blick auf den Pilatus hatten wir unsere leider nicht altersgerechte Traumwohnung am Waldrand und in der Nähe zur Stadt gefunden.

Mit Blick auf den Pilatus hatten wir unsere leider nicht altersgerechte Traumwohnung am Waldrand und in der Nähe zur Stadt gefunden.

Lebensqualität beim Wohnen im Alter

Monika Fischer

So unterschiedlich wie die Menschen sind ihre Bedürfnisse und Ansprüche fürs Wohnen im Alter. «Umso wichtiger ist es, dass die heutigen und zukünftigen Wohnformen die individuellen Ansprüche älterer Menschen berücksichtigen und erfüllen», heisst es im Ratgeber der Fachorganisation Pro Senectute. Für die einen steht das eigene Quartier im Zentrum, für andere ist es die Sicherheit oder eine schöne Wohnlage. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Wie die Beobachtungen im eigenen Umfeld zeigen, klappt nicht immer alles wie gewünscht und geplant.

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Wohnen im Alter 4

Wohnen im Alter: Möglichkeiten und Perspektiven

Irmgard Bayard

Das Alterszentrum Haslibrunnen in Langenthal lädt die Bevölkerung immer wieder zu interessanten Anlässen und Vorträgen ein. Kürzlich erläuterte Riccardo Pardini, Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Sozialpädagogik und Sozialpolitik der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern, Erkenntnis zum Thema «Wohnen im Alter – Möglichkeiten und Perspektiven.

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Aktuell
Schon heute kommen die Pflegenden an den Anschlag, weil Personal fehlt. Foto: KI

Schon heute kommen die Pflegenden an den Anschlag, weil Personal fehlt. Foto: KI

Rückkehr zum Saisonnierstatut?

Irmgard Bayard

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Was mich beschäftigt
In ihrer Fernsehpredigt zum Thema «Wahre Grösse» lud die ev.-ref. Pfarrerin Sibylle Forrer dazu ein, die eigene Vorstellung von Stärke neu zu überdenken.

In ihrer Fernsehpredigt zum Thema «Wahre Grösse» lud die ev.-ref. Pfarrerin Sibylle Forrer dazu ein, die eigene Vorstellung von Stärke neu zu überdenken.

Das Kind als Prüfstein für Macht

Monika Fischer

Eigentlich wollte ich am 23. März eines der letzten Schirennen anschauen. Als ich den Fernsehknopf drückte, fielen mir die Worte «Care-Arbeit» und «Fürsorge» ins Ohr. Gebannt verfolgte ich den Rest der Predigt der jungen Pfarrerin. Danach schaute ich mir den Gottesdienst zum Thema «Wahre Grösse» gleich nochmals an – und war zutiefst erschüttert. Da sehen wir seit Monaten in den Medien, wie machtbesessene Männer die Welt und das Leben von Millionen von Menschen zugrunde richten. Und da ruft eine junge Frau in ihrer Fernsehpredigt dazu auf, ein Kind in die Mitte zu stellen und Macht als Verantwortung für das Leben wahrzunehmen.

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Was mich beschäftigt 2
Wie hier in Luzern bieten pensionierte Ärztinnen und Ärzte in verschiedenen Städten der Schweiz unentgeltliche Beratungen an.

Wie hier in Luzern bieten pensionierte Ärztinnen und Ärzte in verschiedenen Städten der Schweiz unentgeltliche Beratungen an.

Wo der Mensch im Zentrum steht

Monika Fischer

Das «amm Café Med» ist ein niederschwelliges, kostenloses Angebot für Patientinnen und Patienten. Pensionierte ÄrztInnen und medizinische Fachpersonen beraten sie in einem persönlichen Gespräch ohne Zeitdruck. Sie wissen, dass der Praxisalltag heute oft zielgerichtet und von Computer-Algorithmen geführt verläuft. Im Mittelpunkt des Praxisalltags steht häufig die Krankheit und nicht der ganze Mensch. Was das heisst und wie sich das auswirkt, erfuhr ich kürzlich persönlich.

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Was mich beschäftigt 3
Wie Plakate zeigen, ist es wichtig, Menschen mit Demenz unvoreingenommen zu begegnen und so zu handeln, wie wir es uns wünschen würden.

Wie Plakate zeigen, ist es wichtig, Menschen mit Demenz unvoreingenommen zu begegnen und so zu handeln, wie wir es uns wünschen würden.

Lachen befreit, auch bei Demenz

Barbara Bischoff

Mit zunehmendem Alter begegnet mir das Thema der Demenz auf verschiedene Weise. Diese Krankheit kann uns im Alter jederzeit betreffen, sei es durch die eigene Erkrankung, die Erkrankung des Partners, der Partnerin oder von guten Freunden oder Freundinnen. Manche Begegnungen machen traurig. Es gibt aber auch immer wieder lustige Erfahrungen, die ein befreiendes Lachen auslösen können.

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Aktuell 2
Demenz begegnen:Mit einer Plakatausstellung und Referaten möchte sich die Stadt Luzern im Monat Mai in Richtung einer demenzfreundlichen Gesellschaft bewegen.

Demenz begegnen:Mit einer Plakatausstellung und Referaten möchte sich die Stadt Luzern im Monat Mai in Richtung einer demenzfreundlichen Gesellschaft bewegen.

Demenz geht uns alle an

Monika Fischer

Aktuell leben in der Schweiz rund 160'000 Menschen mit Demenz. Bis 2050 wird sich ihre Anzahl verdoppeln. Hinter jeder Zahl stehen ein Mensch und sein Umfeld, das mitfühlt, unterstützt und selbst Unterstützung braucht. Deshalb möchten die Stadt Luzern, Abteilung Alter und Gesundheit und Alzheimer Luzern im Mai die Luzerner Bevölkerung mit einer Kampagne für die Thematik der Demenz sensibilisieren und zu einem natürlichen Umgang mit Betroffenen und ihren Angehörigen anregen.

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Vernetzung
Frauen des Regioforums Zentralschweiz tankten Kraft beim Heilmandala im Garten von Marietta und Bruno Kneubühler in Willisau.

Frauen des Regioforums Zentralschweiz tankten Kraft beim Heilmandala im Garten von Marietta und Bruno Kneubühler in Willisau.

Frauenpower im Grossmutteralter

Monika Fischer

An einem sonnigen Frühlingstag im April reiste eine Delegation des Regioforums Zentralschweiz auf Einladung von Mitfrau Marietta Kneubühler-Kunz nach Willisau. Am Vormittag gab die Familienfrau, Künstlerin und Aktivistin in ihrem Haus und Atelier Einblick in ihr vielseitiges Schaffen und Wirken. Am Nachmittag tauschten sich die Frauen der GrossmütterRevolution mit Frauen aus der Region über die Solidarität unter Frauen aus.

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Weisch no?

Der Mai-Baum

Irmgard Bayard

Gehören Sie, liebe Leserinnen, zu den ‘Glücklichen’ die von den Jungs des Dorfes einen Mai-Baum gestellt erhielten? Ich leider nicht. Bei uns im Kanton Solothurn sind (oder waren?) es die 19-jährigen Männer, welche den gleichaltrigen Frauen ihrer Wahl ein Maitannli stellten. Nicht, dass ich es nicht verdient gehabt hätte, aber als ich im entsprechenden Alter war, wohnte ich in Lausanne. Selber schuld.

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