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Frauenweis(s)heiten

Frauenweis(s)heiten im September 2025

Liebe Leserin, lieber Leser

«Könnte man sich wünschen, wie ein Grossanlass verlaufen sollte, wäre die Frauen-Fussball-EM das Musterbeispiel.» So äusserste sich Matteo Cocchi, der oberste Polizist der Schweiz, am 6. August 2025 in der Luzerner Zeitung. Gerne erinnern wir uns an die Bilder der friedlichen Fan-Märsche und Spiele. Hat es damit zu tun, dass die Frauen ihre Präsenz hart erkämpfen mussten, ihre Spiele wohl mit hohen sportlichen Leistungen, jedoch (noch) nicht mit viel Geld und Macht verbunden sind?

Für manche Frauen steht das Geld nicht an erster Stelle. So waren (und sind) auch für mich andere Werte wichtiger. Bei der Scheidung noch im alten Eherecht kam ich in der realen Welt an. Trotz der Alimente lebte ich mit fünf Kindern und den Honoraren für die journalistische Arbeit unter der Armutsgrenze. Allerdings nicht lange, fand ich doch eine geregelte Teilzeit-Arbeitsstelle in meinem Erstberuf als Lehrerin.

Ähnliche Erfahrungen zeigen sich in vielen Biografien der älteren GrossmütterGeneration. Deshalb wollte die Teilnehmerin an einer Tagung eine Arbeitsgruppe gründen, um übers Geld zu diskutieren. Es meldete sich niemand.

In das beschriebene Muster passt das Porträt der Bäuerin und Seelsorgerin Margrit Kottmann, die stets das Wohl der Kinder ins Zentrum stellte. Dass sich bezüglich der finanziellen Absicherung der Bäuerinnen rechtlich etwas ändert und Frauen in den Frauenzentralen Unterstützung angeboten wird, zeigt Irmgard Bayard in ihren Texten auf. Erst nach der Frühlingstagung in Kappel «Wen kümmerts, wer sich kümmert», wurde Regula Matasci die theoretische Bedeutung der Care-Arbeit bewusst, und sie erinnerte sich an die damals revolutionäre Broschüre, die sie 1977 mit anderen Frauen geschrieben hatte. Wie steht es heute mit dem Fach Hauswirtschaft in der Schule? Im Gespräch mit der Fachlehrerin Susanne Marti erfuhr Monika Fischer, wie sich dieses unter dem neuen Begriff «Wirtschaft-Arbeit-Haushalt» verändert hat. Bei einer Führung durch ihren Biobetrieb zeigt Viola Schmid, wie sie mit anderen einen Weg fürs gemeinsame Leben, Arbeiten und Altern gefunden hat.

Das Alter mit neuen Altersbildern sichtbar machen, gehörte stets zu den Anliegen der GrossmütterRevolution. Das Forum luzern60plus hatte mit der Veranstaltungsreihe «Das hohe Alter» einen Grosserfolg. Nun kann die Projektleiterin Heidy Steffen diese in Berlin vorstellen. Auch die Plattform «Jedes Alter zählt» wehrt sich gegen Altersdiskriminierung. Bei ihrer persönlichen Prägung orientiert sich Barbara Bischoff Frei an ihren eigenständigen Grosstanten, während sich Marianne Stohler an ihre Lehrerin erinnert, die als Zeichen ihrer Selbstbestimmtheit auf der Bezeichnung «Fröilein» bestand.

Frauen und Geld: Ein widersprüchliches Thema? Beim Schreiben dieser Zeilen denke ich an die mutigen Vorstandsfrauen des Vereins GrossmütterRevolution, die nach dem Rückzug der Finanzierung durch das Migros Kulturprozent ohne finanzielle Absicherung engagiert weitermachten. Im Zentrum stehen für sie die Ziele einer sorgenden Gesellschaft für alle. Dafür setzen sie sich unterstützt von vielen Mitfrauen mit ihrem freiwilligen Einsatz ein.

Danke: Das gibt Hoffnung in dieser ver-rückten Welt.

Wir freuen uns auf ihre Rückmeldungen, wünschen ihnen gute Gedanken beim Lesen und einen angenehmen Herbst.

Monika Fischer

und das Team der Frauenweisheiten Irmgard Bayard, Barbara Bischoff, Andrea Fetz, Marianne Stohler und Bernadette Kurmann


PORTRÄTS: FRAUEN DER GROSSMÜTTERGENERATIONEN
«Ohne Garten kann ich nicht leben», meint Margrit Kottmann-Wolfisberg in ihrem Zuhause am Waldrand mit Weitblick.

«Ohne Garten kann ich nicht leben», meint Margrit Kottmann-Wolfisberg in ihrem Zuhause am Waldrand mit Weitblick.

Ich war eine leidenschaftliche Bäuerin und Seelsorgerin

Monika Fischer

Die vierfache Mutter, Pflegemutter zweier Töchter und Grossmutter von sieben Enkelkindern war Seelsorgerin, Katechetin und Bäuerin. Nach wie vor begleitet sie Menschen an Lebensübergängen. Ihr Leben ist geprägt durch ihre bedingungslose Liebe zu Menschen, Tieren, Natur und ihren Glauben, ihre spirituelle Heimat.

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Frauen und Geld I
Auf landwirtschaftlichen Betrieben sind Frauen bei Unfällen und bei einer Scheidung die Verliererinnen. (Symbolbild)

Auf landwirtschaftlichen Betrieben sind Frauen bei Unfällen und bei einer Scheidung die Verliererinnen. (Symbolbild)

Die Bäuerinnen werden ab 2027 besser abgesichert – endlich

Irmgard Bayard

Viele Frauen arbeiten im Bauernbetrieb mit, erhalten jedoch zum Teil keinen Lohn. Oder sie bekommen einen Lohn, sind jedoch von gewissen Versicherungen ausgeschlossen. Sie werden sozialversicherungsrechtlich nämlich wie Selbstständige behandelt: Sie sind daher weder der Arbeitslosenversicherung, der Unfallversicherung noch der Beruflichen Vorsorge (2. Säule) unterstellt. Ab 2027 gibt es nun Verbesserungen.

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Frauen und Geld II
Yvonne Zimmermann, Geschäftsführerin Frauenzentrale Kanton Bern, bei einem Beratungsgespräch.

Yvonne Zimmermann, Geschäftsführerin Frauenzentrale Kanton Bern, bei einem Beratungsgespräch.

Frauenzentrale im Dienste der Gleichstellung

Irmgard Bayard

In der Schweiz gibt es 17 Frauenzentralen. Ihr gemeinsames Ziel ist die tatsächliche Gleichstellung aller Menschen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Gemeinsam bilden sie die Konferenz der Frauenzentralen. Jede Frauenzentrale ist eigenständig und hat ihre eigene Ausrichtung. Schwerpunkte sind die Durchführung von Beratungen, Kursen, Weiterbildungen und Netzwerkanlässen. Zudem führen sie teilweise politische Kampagnen durch.

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Echo

Gottes Mühlen mahlen langsam

Regula Matasci-Brüngger, Monika Fischer

«Warum immer wieder dasselbe Thema behandeln, es verändert sich ja doch nichts.» Solchen resignierten Sätzen können wir den Kampf der Frauen im Fussball oder das unermüdliche Dranbleiben von Frauen im Einsatz fürs Frauenstimmrecht entgegensetzen. Die Reaktion von Regula Matasci auf die letzten Frauenweis(s)heiten zeigt, wie lange Frauen sich schon mit einer Bewertung der Hausarbeit und ihrer Aufnahme ins Bruttosozialprodukt einsetzen.

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Aktuell I
Als Lehrerin für Hauswirtschaft hat Susanne Marti (1958) die Entwicklung des Fachs, heute Wirtschaft-Arbeit-Haushalt (WAH), bis zur Dozentin miterlebt.

Als Lehrerin für Hauswirtschaft hat Susanne Marti (1958) die Entwicklung des Fachs, heute Wirtschaft-Arbeit-Haushalt (WAH), bis zur Dozentin miterlebt.

Wirtschaft-Arbeit-Haushalt

Monika Fischer

In den letzten Frauenweisheiten hatte ich berichtet, dass ich dank meinen Haushaltlehrtöchtern in Teilzeit ausserhause tätig sein konnte. Im Nachhinein fand ich die Broschüre über hauswirtschaftliche Berufe, die ich 1994 geschrieben hatte. Nachdem Sandra Kaufmann einen Ausschnitt gesehen hatte, schrieb sie zurück: «Oh, das ist ja der Hit! Den müsstest du in den nächsten Frauenweisheiten in einen weiterführenden Artikel verpacken. Was damals eine richtige Ausbildung war, sollte heute jede/r einfach so nebenbei noch machen.» Dies motivierte mich mehr über die Entwicklung der hauswirtschaftlichen Bildung zu erfahren.

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Vernetzung
Projektleiterin Heidy Steffen eröffnete die Sensibilisierungskampagne «Das hohe Alter» des Forums Luzern60plus und kann das erfolgreiche Projekt nun auch in Berlin vorstellen.

Projektleiterin Heidy Steffen eröffnete die Sensibilisierungskampagne «Das hohe Alter» des Forums Luzern60plus und kann das erfolgreiche Projekt nun auch in Berlin vorstellen.

Gegen die Diskriminierung älterer Menschen

Monika Fischer

Die Bedeutung des hohen Alters ist nicht nur für die GrossmütterRevolution ein wichtiges Thema. Der Erfolg der entsprechenden Veranstaltungsreihe in Luzern motivierte die Projektgruppe für weitere Anlässe. Im Einsatz gegen Altersdiskriminierung steht auch die Plattform «Jedes Alter zählt» einer Projektgruppe der Uni Zürich.

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Unterwegs
Das grosse Wohnhaus des Hirschenhofs.

Das grosse Wohnhaus des Hirschenhofs.

Altern in der Oase Mueterland

Monika Fischer

«Trag Sorge zu den Bienen, den Fischen und den Hirschen!» Diesen Auftrag hatte Viola Schmid, 63, vom Vater bei der Übergabe des 12,8 ha grossen Biobetriebs erhalten. Sie hat diesen im Einklang mit der Natur und den Bedürfnissen der Menschen weiterentwickelt. Bei meinem Besuch lebten 14 Menschen dreier Generationen auf dem Hirschenhof auf 927 M.ü.M. Der Traum einer Alters-WG ist jedoch wegen der Vorschriften der Behörden gefährdet.

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Was mich beschäftigt I
Das Bild aus dem Familienalbum zeigt Frauen, die schon früher ihr Leben selbständig meisterten.

Das Bild aus dem Familienalbum zeigt Frauen, die schon früher ihr Leben selbständig meisterten.

Weibliche Vorbilder

Barbara Bischoff

Das Buch «​Revolution der Verbundenheit»​ von Franziska Schutzbach, hat mich im Kapitel «Frauenbeziehungen in Familien» zum Nachdenken angeregt, wie ich in meiner Familie durch andere Frauen und weibliche Ahnen geprägt wurde. Dazu gehören verschiedene Tanten und Grosstanten, die alleinstehend und selbständig das Leben bewältigten.

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Weisch no?

Das berühmte Fröilein

Marianne Stohler

Gut erinnere ich mich an meine Primarlehrerin, ans Fröilein Essig. Sie war streng, aber korrekt und legte grossen Wert darauf, Fröilein genannt zu werden.

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