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Liebe Leserin, lieber Leser «Könnte man sich wünschen, wie ein Grossanlass verlaufen sollte, wäre die Frauen-Fussball-EM das Musterbeispiel.» So äusserste sich Matteo Cocchi, der oberste Polizist der Schweiz, am 6. August 2025 in der Luzerner Zeitung. Gerne erinnern wir uns an die Bilder der friedlichen Fan-Märsche und Spiele. Hat es damit zu tun, dass die Frauen ihre Präsenz hart erkämpfen mussten, ihre Spiele wohl mit hohen sportlichen Leistungen, jedoch (noch) nicht mit viel Geld und Macht verbunden sind? Für manche Frauen steht das Geld nicht an erster Stelle. So waren (und sind) auch für mich andere Werte wichtiger. Bei der Scheidung noch im alten Eherecht kam ich in der realen Welt an. Trotz der Alimente lebte ich mit fünf Kindern und den Honoraren für die journalistische Arbeit unter der Armutsgrenze. Allerdings nicht lange, fand ich doch eine geregelte Teilzeit-Arbeitsstelle in meinem Erstberuf als Lehrerin. Ähnliche Erfahrungen zeigen sich in vielen Biografien der älteren GrossmütterGeneration. Deshalb wollte die Teilnehmerin an einer Tagung eine Arbeitsgruppe gründen, um übers Geld zu diskutieren. Es meldete sich niemand. In das beschriebene Muster passt das Porträt der Bäuerin und Seelsorgerin Margrit Kottmann, die stets das Wohl der Kinder ins Zentrum stellte. Dass sich bezüglich der finanziellen Absicherung der Bäuerinnen rechtlich etwas ändert und Frauen in den Frauenzentralen Unterstützung angeboten wird, zeigt Irmgard Bayard in ihren Texten auf. Erst nach der Frühlingstagung in Kappel «Wen kümmerts, wer sich kümmert», wurde Regula Matasci die theoretische Bedeutung der Care-Arbeit bewusst, und sie erinnerte sich an die damals revolutionäre Broschüre, die sie 1977 mit anderen Frauen geschrieben hatte. Wie steht es heute mit dem Fach Hauswirtschaft in der Schule? Im Gespräch mit der Fachlehrerin Susanne Marti erfuhr Monika Fischer, wie sich dieses unter dem neuen Begriff «Wirtschaft-Arbeit-Haushalt» verändert hat. Bei einer Führung durch ihren Biobetrieb zeigt Viola Schmid, wie sie mit anderen einen Weg fürs gemeinsame Leben, Arbeiten und Altern gefunden hat. Das Alter mit neuen Altersbildern sichtbar machen, gehörte stets zu den Anliegen der GrossmütterRevolution. Das Forum luzern60plus hatte mit der Veranstaltungsreihe «Das hohe Alter» einen Grosserfolg. Nun kann die Projektleiterin Heidy Steffen diese in Berlin vorstellen. Auch die Plattform «Jedes Alter zählt» wehrt sich gegen Altersdiskriminierung. Bei ihrer persönlichen Prägung orientiert sich Barbara Bischoff Frei an ihren eigenständigen Grosstanten, während sich Marianne Stohler an ihre Lehrerin erinnert, die als Zeichen ihrer Selbstbestimmtheit auf der Bezeichnung «Fröilein» bestand. Frauen und Geld: Ein widersprüchliches Thema? Beim Schreiben dieser Zeilen denke ich an die mutigen Vorstandsfrauen des Vereins GrossmütterRevolution, die nach dem Rückzug der Finanzierung durch das Migros Kulturprozent ohne finanzielle Absicherung engagiert weitermachten. Im Zentrum stehen für sie die Ziele einer sorgenden Gesellschaft für alle. Dafür setzen sie sich unterstützt von vielen Mitfrauen mit ihrem freiwilligen Einsatz ein. Danke: Das gibt Hoffnung in dieser ver-rückten Welt. Wir freuen uns auf ihre Rückmeldungen, wünschen ihnen gute Gedanken beim Lesen und einen angenehmen Herbst. Monika Fischer und das Team der Frauenweisheiten Irmgard Bayard, Barbara Bischoff, Andrea Fetz, Marianne Stohler und Bernadette Kurmann
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