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Frauenweis(s)heiten

Frauenweis(s)heiten im März 2026

Liebe Leserin, lieber Leser

Hast auch du die wunderbaren Frühlingstage zu Beginn dieses Monats genossen? Dich gefreut über die wärmenden Sonnenstrahlen und über die Vielfalt der Frühlingsblumen: die Schneeglöckchen, die Primeln in zarten Farben, die Buschwindröschen am Waldrand und die leuchtenden Osterglocken. Wie irrational erschienen daneben die Bilder in den Medien von Rauchsäulen über grossen Städten und ganzen Strassenzeilen in Trümmern, die Meldungen von Toten, Verletzten und von Menschen auf der Flucht. «Nicht schon wieder!», hast du dir vielleicht auch gesagt.

Und doch gehören einseitige Macht und Gewalt zu unserer Lebensrealität. Nicht nur weit weg in den verschiedenen Diktaturen und Kriegen, sondern auch bei uns im scheinbar friedlichen Alltag. Deshalb beschäftigen wir uns damit auch in diesen Frauenweisheiten.

Barbara Bischoff macht sich Gedanken über die verschiedenen Formen von Gewalt. Im Zusammenhang mit der gestiegenen Zahl an Femiziden ist Gewalt an Frauen bei uns in der Schweiz ein Thema. Irmgard Bayard berichtet über die Fachtagung in Bern, die als Auftakt zu einer SP-Volksinitiative zur Bekämpfung von geschlechtsspezifischer, sexualisierter und häuslicher Gewalt in der Schweiz organisiert wurde. Eine Form von Gewalt ist auch die Altersdiskriminierung. Darüber erfahren wir durch die aktuelle Petition von VASOS, der Vereinigung aktiver SeniorInnen und - Selbsthilfeorganisationen. Wie von Kriegsgewalt betroffene Menschen durch die Verbindung über die Grenzen hinaus Trost finden, schildert Monika Fischer. Diese dankt in Form eines Briefes ihrer Namensvetterin Monika Stocker für ihr neues Buch «Frieden ist ein Tätigkeitwort».
Marianne Stohler helfen der Rückzug in die eigene heile Welt und Spaziergänge in der Natur, immer wieder Kraft für den Kampf um eine gerechtere Welt zu finden. In Lebensgeschichten von Frauen der jüngeren Grossmütter-Generation zeigen sich erfreulicherweise die Früchte der Frauenbewegung. Ein Beispiel dafür ist die im Porträt vorgestellte, siebenfache Nonna Mirjam Müller-Bodmer, die als Lehrerin und als Gemeinderätin tätig war und heute als Leiterin der Fachstelle für Altersfragen der Stadt Luzern Projekte für und mit älteren Menschen organisiert. Anlässlich des Weltglückstags vom 20. März regt Irmgard Bayard dazu an, sich gegenseitig mit kleinen Gesten Glück zu schenken.

Richten wir in dieser unsicheren Zeit den Blick auf das, was uns freut und stärkt. Das gibt uns die Kraft, dranzubleiben und uns mit Gleichgesinnten zu verbinden im Einsatz für Menschlichkeit, für Gerechtigkeit und Frieden.

Monika Fischer

Und das Team der Frauenweisheiten Irmgard Bayard, Barbara Bischoff, Andrea Fetz, Bernadette Kurmann und Marianne Stohler


PORTRÄTS: FRAUEN DER GROSSMÜTTERGENERATIONEN
Die engagierte Berufsfrau, dreifache Mutter und siebenfachen Grossmutter Mirjam Müller-Bodmer (1962) teilte die Haus-, Erwerbs- und Erziehungsarbeit stets mit ihrem Mann.

Die engagierte Berufsfrau, dreifache Mutter und siebenfachen Grossmutter Mirjam Müller-Bodmer (1962) teilte die Haus-, Erwerbs- und Erziehungsarbeit stets mit ihrem Mann.

Freude über das, was gemeinsam erreicht werden kann

Monika Fischer

Wenn Mirjam Müller-Bodmer von sich erzählt, zeigt sich rasch die initiative Berufsfrau, die gewohnt ist, anzupacken. Ebenso wichtig sind ihr die Pflege der Beziehungen in der Familie. In St. Gallen engagierte sich die Lehrerfamilie in einem Arbeiterquartier mit vielen Migrant*innen freiwillig in der Quartierarbeit. Kurz nach ihrem Umzug nach Meggen wurde Mirjam überraschend zur Sozialvorsteherin gewählt. Nach 12 intensiven Amtsjahren entwickelt sie heute als Leiterin der Fachstelle für Altersfragen der Stadt Luzern Projekte für und mit älteren Menschen.

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Thema Gewalt I
Angesichts all der Gewalt ist es hilfreich, sich auf Momente in Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Angesichts all der Gewalt ist es hilfreich, sich auf Momente in Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Wenn die Gewalt die Welt zu beherrschen scheint

Barbara Bischoff

Seit einigen Jahren ist das Thema Gewalt in unserem Land und auf der ganzen Welt wieder viel präsenter als in den neunziger Jahren. Mit dem Ende des kalten Krieges erhofften sich viele Menschen eine Deeskalation der kriegerischen Auseinandersetzungen und mehr Frieden in und um Europa. Leider war diese gefühlte, friedlichere Zeit von relativ kurzer Dauer. Im Moment brennt es auf der ganzen Welt auch mit kriegerischen Konflikten.

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Thema Gewalt II
Impressionen aus der erfolgreichen Fachtagung in Bern.

Impressionen aus der erfolgreichen Fachtagung in Bern.

Fachtagung zu geschlechtsspezifischer Gewalt

Irmgard Bayard

Gewalt ist vielfältig und kommt leider in verschiedenster Form und unter Menschen jeden Alters, Geschlechts und Herkunft vor. Speziell Gewalt an Frauen gab und gibt es ebenfalls schon immer, meist im Verborgenen in den eigenen vier Wänden, ohne, dass die Nachbarn etwas mitbekommen oder mitbekommen wollen. Die SP-Frauen und die SP Schweiz haben als Auftakt zu einer Volksinitiative, die geschlechtsspezifische, sexualisierte und häusliche Gewalt in der Schweiz bekämpfen soll, eine Fachtagung organisiert.

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Thema Gewalt III
Als brutales Zeichen vom russischen Angriff auf die Zivilbevölkerung stand eine zerstörte Ambulanz aus Charkiw in Luzern und in anderen Schweizer Städten.

Als brutales Zeichen vom russischen Angriff auf die Zivilbevölkerung stand eine zerstörte Ambulanz aus Charkiw in Luzern und in anderen Schweizer Städten.

Wenn die Musik stärker ist als die Zerstörung

Monika Fischer

Am 24. Februar 2026 jährte sich der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine bereits zum vierten Mal. Mit der Aktion der zerstörten Ambulanz und einem Gedenkkonzert wollten der Ukrainische Kulturverein Prostir und der Verein Ukrainehilfe Zentralschweiz die Öffentlichkeit sensibilisieren und zum Hinschauen bewegen. Mitglieder der beiden Vereine begleiteten die Aktion bei nasskaltem Wetter 12 Stunden mit ihrer Präsenz. Da ich Land und Leute des bedrohten Landes seit fast drei Jahrzehnten durch Reisen und Projektarbeit kennen und lieben gelernt habe, stellte auch ich mich zwei Stunden als Begleitung zur Verfügung.

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Thema Gewalt IV

Würde statt Übermedikation – im Alter!

Ältere Menschen sehen sich im Alltag oft Diskriminierung ausgesetzt, beispielsweise im Gesundheitswesen, bei der Wohnungssuche oder bei freiheitsentziehenden Massnahmen. Und das, obwohl die Bundesverfassung die Gleichbehandlung garantiert. Es braucht einen besseren Schutz im Alter – für mehr Würde, Teilhabe und Solidarität zwischen den Generationen. Deshalb hat VASOS die Petition Stop der Altersdiskriminierung zuhanden von Bundesrat und Parlament lanciert und am 1. März 2026 eingereicht.

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Vernetzung
Monika Stocker im Jahr 2020 bei ihrem Vortrag «In Sorge um die Welt der Enkelkinder».

Monika Stocker im Jahr 2020 bei ihrem Vortrag «In Sorge um die Welt der Enkelkinder».

Frieden ist ein Tätigkeitswort

Monika Fischer

So heisst der Titel des neusten Buches von Monika Stocker. In der Einleitung schreibt sie: «Frauen tun Frieden; sie wissen: Frieden ist nicht einfach ein frommes Wort, ein Wunsch, etwas Nettes. Nein: Frieden ist eine Aufgabe, eine not-wendige und all-tägliche Aufgabe!» In Briefform hat sie Frauenleben skizziert, die mit ihrem Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit Mut machten, dranzubleiben. Deshalb schreibe ich der Autorin einen Brief.
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Was mich beschäftigt I
Bei einem Gang durch die Natur neue Kraft schöpfen.

Bei einem Gang durch die Natur neue Kraft schöpfen.

Der Ohnmacht etwas entgegensetzen

Marianne Stohler

Das Lesen der Tageszeitung kann Hilflosigkeit auslösen. Wie ist es möglich, dass machtbesessene, alte Männer die Welt an den Abgrund führen? Der Rückzug auf die eigene heile Welt und die Natur können dazu beitragen, wieder Kraft für die Kampf um eine gerechte Welt zu finden.

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Was mich beschäftigt II
Es ist ein Glück, im Frühling den ersten Schmetterling herumflattern zu sehen und ihn gar aus der Nähe beobachten zu können.

Es ist ein Glück, im Frühling den ersten Schmetterling herumflattern zu sehen und ihn gar aus der Nähe beobachten zu können.

Glück schenken, nicht nur am Weltglückstag

Irmgard Bayard

Am 28. Juni 2012 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN) beschlossen, jedes Jahr am 20. März den Weltglückstag zu feiern. Damit wollen sie gemäss Wikipedia Anerkennung gegenüber Staaten zum Ausdruck bringen, die Wohlstand auf eine Art und Weise messen, die über den materiellen Wohlstand hinausgeht.

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Weisch no? I

Ein unvergessenes Ereignis

Marianne Stohler

Kinder können manchmal brutal sein zueinander. Die Erinnerung an ein in der Primarschule erfahrenes Mobbing von MitschülerInnen bleibt das ganze Leben.

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Weisch no? II

Streitereien unter Kindern

Barbara Bischoff

Auch zu meiner Schulzeit wurde unter Kindern gekämpft und geschlagen. Ich erinnere mich gut an Prügeleien unter Buben. Kämpfe auf dem Pausenplatz fanden immer wieder statt, und es dauerte einige Zeit, bis ein Lehrer eingriff. Die meisten Mädchen schlugen sich nicht, sie hatten aber andere Methoden, um andere Kinder zu diskriminieren. Heute würde man das wohl Mobbing nennen.

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Weisch no? IIi

Sandele gegen den Keuchhusten

Irmgard Bayard

Sicher hat es einige unter Euch Leserinnen und Lesern, welche als Kind Keuchhusten bekamen. Ich selbst wurde davon verschont – wohl aus naheliegendem Grund. Und ich muss noch heute lachen, wenn ich an die Kinder des Dorfs denke, welche Ansätze dieser Krankheit zeigten.

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